„Sind auf dem richtigen Weg“ : Erste Bilanz der Videoüberwachung im Bahnhofsumfeld Elmshorn

Blaulicht auf dem Holstenplatz: Die Zahl der Polizeieinsätze ist seit der Installation der Videoüberwachung laut Polizei leicht rückläufig.
Blaulicht auf dem Holstenplatz: Die Zahl der Polizeieinsätze ist seit der Installation der Videoüberwachung laut Polizei leicht rückläufig.

Erste Bilanz der Videoüberwachung im Bahnhofsumfeld fällt vorsichtig positiv aus. Fahrrad-Diebstähle verlagern sich.

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23. Juni 2015, 15:00 Uhr

Elmshorn | „Wir können unterscheiden, ob sich jemand prügelt oder küsst.“ Thorsten Buchwitz, Leiter des Elmshorner Polizeireviers, lobte vor dem Polizeibeirat die Abbildungsleistung der Videokameras, mit denen seit September vergangenen Jahres der Elmshorner Bahnhof überwacht wird. Wer da allerdings haut oder knutscht, das können die Elmshorner Polizisten auf ihren Monitoren nicht sehen: Die Gesichter sind verpixelt.

Buchwitz lobte die Elmshorner Video-Überwachung als vorbildlich in Sachen Datenschutz. Gesichter werden automatisch unkenntlich gemacht; um sie zu entpixeln, müssen Buchwitz oder Kripo-Chef Dietmar Engelhorn zustimmen. Das tun sie nur bei erheblichen Straftaten: „Das machen wir nicht bei jedem Fahrraddieb“, stellte Thorsten Buchwitz klar. Standardmäßig werden die Aufnahmen nach zehn Tagen gelöscht.

Die Kameras sollen vor allem präventiv wirken: „Aufklärung ist ein Nebeneffekt“, sagte Buchwitz vor dem Polizeibeirat. Ob das klappt, sei nach sechs Monaten Laufzeit der Kameras noch nicht abzusehen; ganz vorsichtig sprach der Revierleiter von einer „leicht rückläufigen“ Zahl der Straftaten insgesamt. Die Gewaltkriminalität allerdings stagniere.

Der Polizeibeirat der Stadt ließ sich von Thorsten Buchwitz (stehend) über erste Erkenntnisse aus der Videoüberwachung am Bahnhof in Elmshorn informieren. (Foto: Roolfs)
Der Polizeibeirat der Stadt ließ sich von Thorsten Buchwitz (stehend) über erste Erkenntnisse aus der Videoüberwachung am Bahnhof in Elmshorn informieren. (Foto: Roolfs)
 

Als Beispiel für die Nützlichkeit der Kameras berichtete er von einem erweiterten Suizid: Ein Mann mit Messer lief Amok am Bahnhof, mit Hilfe der Kameras konnten die Beamten ihren Einsatz auf sein Verhalten abstimmen und verdeckt Polizisten in seine Nähe bringen, die ihn schließlich überwältigten.

Zu erkennen sei ein Verdrängungseffekt, so Buchwitz: „Es ist kein Zufall, wenn die Leute ihr Fahrrad im Bereich der Videokameras abstellen.“ Die Fahrraddiebe reagieren ebenfalls: Die Mühlenstraße hat sich zum klaren Schwerpunkt für Fahrradklau entwickelt.

Der Bahnhof ist in Elmshorn generell ein Brennpunkt für Kriminalität. Mit den Videokameras verfügt die Polizei nach Buchwitz’ Einschätzung jetzt über ein gutes Mittel, dem zu begegnen: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“

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