Rallye der alten Schätze : Erfolgreiche erste Auflage der Elmshorn Classics Rosen-Rallye Historic

Organisator und Fahrtleiter Bernd Böing.
Organisator und Fahrtleiter Bernd Böing.

57 Fahrzeuge waren gestartet, 53 kamen in die Wertung. Gleichmäßigkeitsrallye auf 600 Kilometern.

shz.de von
30. Juli 2018, 12:00 Uhr

Elmshorn | Das Roadbook auf dem Schoß, die Stoppuhr in der Hand und die Bordkarte auf dem Klemmbrett – für Beifahrer bedeutet eine Rallye Konzentration. Und diese zu behalten, war während der ersten Auflage der Elmshorn Classics Rosen-Rallye Historic am vergangenen Wochenende nicht einfach. „Wir haben Glück und ein Auto mit Klimaanlage, aber mit dem Roadbook kenn ich mich überhaupt nicht aus“, sagt Raimar Neufeldt. Der Chef der Dittchenbühne war für seine Schwiegertochter eingesprungen und hatte den Part des Fransers übernommen. Am Steuer des Mercedes-Benz 450 SLC Baujahr 1974 saß Immo Neufeldt.

Zum ersten Mal mit Roadbook

So wie den Neufeldts erging es mehreren Teilnehmern, die zum ersten Mal mit einem Roadbook konfrontiert waren. „Ich habe keine Ahnung, wie man das liest. So etwas habe ich noch nie vorher gemacht“, erzählt Elmshorns Wirtschaftsförderer Thomas Becken, der mit seinem Beifahrer Stefan Geiser im Mercedes-Benz 220 SE Cabrio unterwegs war. Trotz der kleinen Anfangsschwierigkeit haben es am Ende beide Teams geschafft, die zweitägige Fahrt zu meistern. Im Roadbook ist unter anderem die gesamte Wegstrecke mit Symbolen verzeichnet.

Wolfgang und Rita Inhester aus Ditzingen holten sich mit ihrem Porsche 911 RS Gr. 4 Baujahr 1972 den Gesamtsieg.
Meissner
Wolfgang und Rita Inhester aus Ditzingen holten sich mit ihrem Porsche 911 RS Gr. 4 Baujahr 1972 den Gesamtsieg.
 

Vor zwei Jahren wurde die Idee für die erste Auflage der Elmshorn Classics Rosen-Rallye-Historic geboren. 63 Fahrzeuge, jeweils mit Fahrer und Beifahrer besetzt, waren gemeldet, aber nicht alle kamen zum Start. „Einige Fahrzeuge sind leider gar nicht erst gekommen. Zudem rechnen wir mit einigen hitzebedingten Ausfällen“, bedauerte Bernd Böing, Gesamtleiter der Veranstaltung.

Anziehungskraft der Oldtimer

Damit sollte er Recht behalten. Von den ursprünglich am Morgen gestarteten 57 Fahrzeugen waren zur letzten Wertungsprüfung des ersten Tages, einem Zeitfahren auf dem Buttermarkt, nur noch 54 Fahrzeuge dabei.

Die Startnummer 1: Das älteste Fahrzeug der Rallye, ein Bugatti Type 35 A GP, Baujahr 1927. Am Steuer Pidder Lüng, Beifahrer Henning Pogwisch.
Marianne Meissner
Die Startnummer 1: Das älteste Fahrzeug der Rallye, ein Bugatti Type 35 A GP, Baujahr 1927. Am Steuer Pidder Lüng, Beifahrer Henning Pogwisch.
 

Wie viel Anziehungskraft Oldtimer haben, zeigte sich bereits beim Start im Mercedes-Benz-Autohaus Burmester an der Hamburger Straße in Elmshorn. Während nacheinander die Teilnehmer eintrafen, waren schon viele Zuschauer dabei, die mobilen Schätzchen zu fotografieren. Die Elmshorn Classics Rosen-Rallye-Historic ist eine sportliche Gleichmäßigkeitsrallye mit einer Gesamtlänge von zirka 600 Kilometern, aufgeteilt in zwei Etappen, vier Sektionen und 22 Wertungsprüfungen. Auf der Strecke galt es Gleichmäßigkeits- und Sollzeitprüfungen zu absolvieren. Mehr als 100 Lichtmesspunkte wurden eingerichtet. Veranstalter war der Automobil-Club Pinneberg.

Richtung Ostsee unterwegs

Die erste Etappe führte die Teilnehmer am Freitag von Elmshorn aus in Richtung Nordsee, Mittagspause war in St. Peter Ording. Auf der rund 300 Kilometer langen Strecke gab es zehn Wertungsprüfungen. Am Sonnabend ging es in Richtung Ostsee. Von den 57 gestarteten Fahrzeugen kamen 53 in die Wertung. „Bei der „Elmshorn Classics Rosen-Rallye Historic“ zählt nicht, wer am schnellsten im Ziel ist, sondern wer in den Wertungsprüfungen die wenigsten Strafpunkte erzielt“, sagt Bernd Böing.

Annina und Theodor Semmelhaack im Mercedes-Benz 300 SL Roadster 198er, Baujahr 1957.
Meissner
Annina und Theodor Semmelhaack im Mercedes-Benz 300 SL Roadster 198er, Baujahr 1957.
 

Am erfolgreichsten waren Wolfgang und Rita Inhester aus Ditzingen, die mit einem Porsche 911 RS Gr. 4 Baujahr 1972 am Start waren. Sie erfuhren sich den Gesamtsieg und durften am späten Sonnabendabend die Walter-Röhrl-Trophy entgegennehmen. „Für Schleswig-Holstein beginnt eine neue Zeitrechnung im Oldtimerrallyesport. So etwas gab es noch nie. Das wird viele Teams aus Süddeutschland in den Norden locken“, prophezeite Inhester, ehemaliger deutscher Rallyemeister von 1981, bei der Siegerehrung.
 

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