Er spricht aus, was er denkt

Günter Allertseder bleibt beharrlich.
Günter Allertseder bleibt beharrlich.

Günter Allertseder setzt sich als Vorsitzender der Seniorenrats vor allem politisch für die Älteren ein

shz.de von
10. September 2018, 16:11 Uhr

2018 sind alle Elmshorner über 60 zur Wahl aufgerufen: Sie dürfen den neuen Seniorenrat bestimmen. Jedenfalls, wenn es ausreichend Bewerber gibt. Bis zur Wahl stellen die EN die aktuellen Mitglieder und ihre Motivation für die ehrenamtliche Tätigkeit vor.

Günter Allertseder ist kein Mensch der leisen Töne. Zumindest nicht, wenn es um die Belange von Senioren geht. Und das ist gut so, denn als Vorsitzender des Seniorenrats kämpft er an vorderster Front für bessere Lebensumstände alter Menschen in Elmshorn.

2010 wurde der gebürtige Münchner in den Seniorenrat gewählt, seit 2012 ist er der Vorsitzende. Unter seiner Regie steht nicht allein das politische Engagement im Mittelpunkt der Gruppe, auch gemeinsame Unternehmungen wie Radtouren stehen auf dem Programm. Ein gutes Miteinander ist Allerts-eder wichtig und dass jedes Mitglied das tut, was seinen Fähigkeiten entspricht. Dreh- und Angelpunkt sei die Kommunikation. Allertseder weiß, wovon er spricht, schließlich arbeitete er jahrzehntelang in Führungspositionen im Bereich der Software-Anwendungsentwicklung, unter anderem 18 Jahre bei einer namhaften Bank und zuletzt 13 Jahre als selbstständiger IT-Projektmanagement-Berater.

Sein Hauptaugenmerk legt Allertseder auf die Kontakte zu den Politikern, die permanente Beobachtung aller Ausschüsse. „Ich schaue auf alle. Wir müssen hingehen und sagen, was wir Senioren wollen”, sagt der 71-Jährige. So leitete er am Abend des Pflegetags 2017 eine Podiumsdiskussion, an der sich Kommunalpolitiker aller Parteien beteiligten. Der direkte Draht sei immer der Beste: „Ich hasse Sprechblasen, mir ist es lieber, wenn einer sagt, dass er keine Ahnung hat”, sagt Allertseder

Was der Seniorenratsvorsitzende überhaupt nicht versteht: „Warum nicht alle Parteien zusammen was machen. Ich will nicht hören, das geht nicht, sondern wie das geht!” Günter Allertseder gilt als einer, der keine Scheu hat, auszusprechen, was er denkt – und es auch vernünftig begründen kann. „Nur wenn ich sage, was ich will, kann ich das erreichen, was ich will.”

Mit diesem Credo sowie Beharrlichkeit hat er viel erreicht. Beispielsweise das Aufstellen von Ruhebänken in der Stadt. Vor Jahren gab es nur wenige seniorengerechte Bänke, einige waren defekt. Heute verfüge immerhin ein Viertel der Bänke auf dem Alten Markt über Rückenlehnen. Kein Idealzustand, aber besser als zuvor. Auch die Seniorenmesse im Rahmen des Pflegetags will Allertseder weiter nach vorn bringen.

Nicht locker lässt Günter Allertseder auch hinsichtlich der Umsetzung weiterer Maßnahmen des Seniorenkonzepts, das die Stadt bereits vor rund vier Jahren erstellt hat. Dazu zählen unter anderem seniorengerechte Trimmpfade. „Wir sind auf einem guten Weg. Die Politiker hören uns Seniorenratsmitgliedern heute mehr zu. Ich spüre immer mehr Eingang in die politische Kultur. Das schreibe ich unserer Arbeit zu“, betont Günter Allertseder. „Wir brauchen die Legitimität durch Senioren, deshalb ist die Seniorenratswahl so wichtig. Schließlich ist etwa ein Viertel von Elmshorns Bevölkerung über 60 Jahre alt, Tendenz zunehmend.”

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