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Elmshorner Nachrichten

24. August 2017 | 03:28 Uhr

Elmshorn : Er ist der Top-Nachwuchsforscher

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

15-jähriger Jan Soller siegt beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht. Mitte März geht es um den Titel auf Landesebene.

Elmshorn | Für sein Experiment braucht Jan Soller nicht viel. Eine Glühbirne unter einem Stativ, in dem ein durchsichtiges Gefäß mit einer chemischen Lösung befestigt ist, eine Messtabelle – und sein Handy. Mit diesem simplen Versuchsaufbau kann der 15-Jährige ermitteln, wie hoch der Eisenanteil in der chemischen Lösung ist. Dafür bräuchte er normalerweise ein rund 1000 Euro teures Gerät, ein Photometer. Für die meisten Schulen ein viel zu hoher Preis, weshalb Experimente mit Photometern normalerweise nicht zum Unterrichtsinhalt gehören. Jan Soller aber hat festgestellt, dass ein Handyprogramm für 99 Cent beinahe denselben Zweck erfüllt.

Damit hat Jan Soller nicht nur eine Lösung für ein Problem seiner Chemielehrer an der Bismarckschule gefunden, sondern auch noch den ersten Platz beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht im Bereich Chemie gewonnen. Beim Vergleich zwischen der Handy-App und dem echten Photometer – dafür musste er extra von Elmshorn aus zu einer Schule in Wedel fahren – stellte Jan Soller fest, dass die Leistung der App ganz ordentlich ist. App und Photometer arbeiten etwas unterschiedlich, während das Photometer misst, wieviel Licht die Flüssigkeit absorbiert, gibt die App an, wieviel Licht hindurchgelassen wird. „Bei einer starken oder schwachen Konzentration des Eisens arbeitet die App nicht so gut, weil zu wenig oder zu viel Licht durchkommt. Aber bei einem mittleren Wert klappt es super“, erzählt der Nachwuchs-Forscher.

Für die Forschung wäre die App also weniger geeignet, für den Schulunterricht aber vollkommen ausreichend. Zum Beispiel könnten Schüler die Qualität eines Gewässers auf verschiedene chemische Elemente hin überprüfen und über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten, ob sich die Werte verändern. Bei den Juroren von Jugend forscht ist sein Projekt auf jeden Fall gut angekommen. „Mit dem ersten Platz hatte ich nicht gerechnet, aber ich freue mich sehr darüber“, sagt der 15-Jährige. Der Wettbewerb habe ihm viel Spaß gemacht – „auch wenn ich mit der Zeit immer nervöser geworden bin.“

Es war Jan Sollers erste Teilnahme an dem Wettbewerb Jugend forscht – und das auch noch als einer der jüngsten Teilnehmer. Der 15-Jährige ist ein guter Schüler, in seinem letzten Zeugnis hatte er einen Durchschnitt von 1,2 und er nimmt am Enrichement-Förderungsprogramm für besonders begabte Schüler teil. Im Forschungsprojekt für Jugend forscht sieht Jan Soller eine gute Übung für ein späteres Studium. „Ich würde gerne in den Bereich Wirtschafts-Ingenieurwesen gehen“, erzählt er. Auch ein duales Studium wie an der Nordakademie könnte er sich vorstellen.

Trotz der ehrgeizigen Zukunftspläne nimmt sich der 15-Jährige immer noch viel Zeit für seine Freunde und fürs Tennisspielen. Außerdem würde er gerne den Hersteller der Photometer-App kontaktieren und mit ihm gemeinsam überlegen, wie man das Programm an Schulen sinnvoll einsetzen könnte. Und dann ist da ja noch der Landeswettbewerb von Jugend forscht am 16. und 17. März in Kiel. „Ich freue mich darauf und werde den Tag genießen. Mitmachen ist alles.“

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erstellt am 25.Feb.2016 | 10:00 Uhr

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