zur Navigation springen

Geschichte des Kibek-Hauses : Elmshorns überragendes Gebäude

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Stadtbild prägende Kibek-Hochhaus bleibt erhalten. Die 54 Jahre alte Immobilie soll Platz für bis zu 80 Wohnungen bieten.

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Das Kibek-Haus an der Reichenstraße wird im Jahre 1959 eröffnet. Das 50 Meter hohe Gebäude mit seinen 15 Stockwerken sorgt landesweit für Aufsehen, denn es ist das größte Geschäftshaus Schleswig-Holsteins und überragt sogar die neuen Grindelhochhäuser in Hamburg.

Die Tageszeitung "Die Welt" schreibt damals: "Selten wohl hat sich die Silhouette einer kleinen Stadt so schlagartig gewandelt wie das Bild Elmshorns. Dort ist ein Bau wahrhaft großstädtischer Ausmaße hochgewachsen (...), der zum beherrschenden Punkt der geschäftigen kleinen Stadt im Nordwesten Hamburgs geworden ist." Tatsächlich wurde das Kibek-Haus schnell zu einem Wahrzeichen der Stadt.

Gebaut hat das rote Gebäude der Elmshorner Bauunternehmer Wolfgang Reimer im Auftrag des Firmengründers Walter Sachau (1906 – 1963), dem Vater des heutigen Kibek-Inhabers Frank Sachau. Auch wenn für den Bau Ende der 1950er-Jahre die Außengerüste noch zum Teil aus Holz waren, handelt es sich bei dem Hochhaus um eine damals sehr moderne Stahlkonstruktion, deren Längsfassade von hellgrauen Betonbändern in Neunerreihen geteilt wird.

Die Konstruktion, die mehr als 27 000 Kubikmeter umbauten Raum enthält, ist in der Vergangenheit mehrfach aufwendig saniert worden. Bis zur Einweihung des weißen Anbaus im Jahre 1985, der jetzt wieder abgerissen werden soll, hatte das Hochhaus mehr als 1000 Fenster.

Anfang des Jahres 2006 erhob das Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein das Kibek-Hochhaus zum einfachen Kulturdenkmal. Es steht seit der Eröffnung der neuen Firmenzentrale am 16. März 2006 an die Autobahn 23 leer.

Immer wieder sorgte das seitdem verwaiste Hochhaus, das auch ungenutzt das Bild der Elmshorner
Innenstadt prägte, für Schlagzeilen und jede Menge Gesprächsstoff. Die Frage lautete: Wie kann das Gebäude in Zukunft genutzt werden?

Bereits vor dem Umzug der Unternehmenszentrale sah Firmenchef Frank Sachau optimistisch in die Zukunft: "Es gibt verschiedene Nutzungskonzepte", sagte er. Die Einrichtung eines Verwaltungskompetenzzentrums sei "mehr als im Gespräch". Allerdings: Konkret passierte die nächsten sieben Jahre nichts.

Der weiße Anbau sollte bereits nach den Plänen von 2006 abgerissen werden und Platz für Einzelhandel schaffen. In der Diskussion war unter anderem ein Elektrofachmarkt. Auch die Nutzung als neues Elmshorner Rathaus oder als neue Firmenzentrale des Mineralölkonzerns Orlen wurde in der Öffentlichkeit debattiert.

Deutlich ausgeprägter waren aber die Verhandlungen um eine Umgestaltung des Gebäudes zum neuen Sitz der Pinneberger Kreisverwaltung. Für einen Mietpreis von 6,53 Euro pro Quadratmeter wäre Sachau im April 2009 bereit gewesen, das Kibek-Hochhaus an den Kreis Pinneberg zu vermieten – nach einem Komplett-Umbau entsprechend der Wünsche des Kreises. Bekanntlich wurden alle Pläne nicht realisiert. Jetzt soll das markante Teppichhochhaus ein Wohnhochhaus werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen