ÖPNV : Elmshorns Politiker äußern Bedenken

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Mit der S-Bahn bis Elmshorn? Das könnte nach den Plänen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer möglich werden.
Mit der S-Bahn bis Elmshorn? Das könnte nach den Plänen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer möglich werden.

Ernst Dieter Rossmann (SPD) und Michael von Abercron (CDU) befürchten, dass die S-Bahn auf Kosten schnellerer Verbindungen kommt.

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12. Oktober 2018, 12:00 Uhr

Elmshorn | Überraschende Entwicklung im Ringen um eine Lösung der Verkehrsprobleme: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat sich für eine Fortführung der S4 bis Elmshorn ausgesprochen. Diese Strecke, die S4 Ost, ist bislang zwischen Bad Oldesloe und Altona geplant. Nun gibt es im Entwurf für den vom Minister geplanten Deutschlandtakt auf der Schiene auch die S4 (West). Die würde bis Elmshorn laufen. Im November wird entschieden, ob die S4 noch in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird. Was halten die Bundestagsabgeordneten des Kreises Pinneberg von der möglichen Verlängerung der S4 bis Elmshorn? Shz.de hat sie gefragt.

Sozialdemokrat Ernst Dieter Rossmann bremst die mögliche Euphorie: „Noch wissen wir viel zu wenig, was der Minister wirklich will.“ Es sei unklar, ob lediglich die S-Bahn mit vielen Haltepunkten und langen Fahrtzeiten bis Elmshorn verlängert werden soll oder ob tatsächlich das dritte Gleis auf der Strecke als Kombi-Schiene für Fernzüge, Güterzüge und den Regionalexpress kommen soll. Bei einer reinen S-Bahn-Anbindung befürchtet Rossmann, dass die „dringend benötigten Durchgänger-Züge von Elmshorn, Tornesch/Uetersen und Pinneberg“ bis zum Hamburger Hauptbahnhof vernachlässigt werden könnten. Sicher ist für Rossman: „Das Wichtigste ist jetzt, dass endlich begonnen wird mit diesen Maßnahmen. Und zwar vor 2030 und ganz konkret.“

Michael von Abercron (CDU) befürchtet ebenfalls, dass eine neugebaute S-Bahn-Strecke zur Folge haben könnte, dass das dritte Gleis zwischen Elmshorn und Hamburg-Eidelstedt nicht mehr kommt. Abercron: „Bei aller Euphorie über den wünschenswerten Ausbau des ÖPNV muss wohl überlegt werden, welche Lösung für Pendler und den Fernverkehr aus dem Raum Elmshorn die bessere Variante ist. “ Der CDUler gibt weiterhin zu bedenken, dass die Planung und Fertigstellung der Linie S4 nach Elmshorn sich über ein Jahrzehnt hinziehen werde. Die Pendler bräuchten aber jetzt eine schnelle Verbindung bis nach Hamburg.

Cornelia Möhring (Linke) begrüßt einen möglichen Ausbau der S-Bahn-Linie bis zur Krückaustadt. „Nahverkehr auf der Schiene ist umweltfreundlich.“ Die Bundestagsabgeordnete wünscht sich möglichst viele Wagen und eine kurze Taktung in den Stoßzeiten.

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