Alles für die Stadt : Elmshorns neuer Bürgervorsteher Andreas Hahn über seine Pläne

 Bürgervorsteher Andreas Hahn (CDU) in guter Gesellschaft. Die Fotos seiner Vorgänger sind im Treppenhaus des Elmshorner Rathauses zu sehen.
Bürgervorsteher Andreas Hahn (CDU) in guter Gesellschaft. Die Fotos seiner Vorgänger sind im Treppenhaus des Elmshorner Rathauses zu sehen.

Der 70-jährige CDU-Politiker möchte unter anderem Einwohnerversammlungen etablieren.

shz.de von
23. August 2018, 12:00 Uhr

Elmshorn | Zwei Wochen war Andreas Hahn (70) in China. Familienbesuch. Die Tochter des Bürgervorstehers arbeitet in Shanghai. „Ein tolles Land“, sagt der CDU-Politiker. Unübersehbar war für ihn aber auch, wie sehr der Staat die Bürger im Griff hat, immer und überall. – Klar, Elmshorn ist mit dem Reich der Mitte nur im Scherz vergleichbar, doch Andreas Hahn ist stolz darauf, wie mündig und wehrhaft sich die Menschen an der Krückau ins öffentliche Geschehen einmischen. Was ihm allerdings nicht so gut gefällt: Vieles verpufft oder wird zum Streitpunkt, weil Bürger, Politiker und Verwaltung nicht miteinander ins Gespräch kommen. „Das möchte ich in meinem neuen Amt ändern“, sagt er.

Dafür will der langjährige Kommunalpolitiker alte Zöpfe abschneiden. Zum Beispiel beim Bürgerempfang. Der findet in diesem Jahr zum letzten Mal in alter Form statt. Der Empfang wird künftig von der Flora-Woche gelöst und soll von 2019 an immer kurz vor den Sommerferien stattfinden. „Ich erhoffe mir davon größere Aufmerksamkeit. Bisher ging der Empfang im Veranstaltungsreigen der Flora-Woche unter“, sagt Hahn. Ihm schwebt eine „anspruchsvollere Veranstaltung“ mit bekannten Referenten zu aktuellen Themen vor. Wo der Bürgerempfang künftig stattfinden soll ist noch offen. Die Planungen laufen. In der Vergangenheit waren die Empfänge im Rathaus mit höchstens 100 Gästen nur mäßig besucht. Überwiegend ältere Elmshorner nutzten das Angebot.

Drei Fragen an Andreas Hahn

Herr Hahn, was unterscheidet Sie als Bürgervosteher von ihren Vorgängern?

„Meine Vorgänger haben eigene Schwerpunkte gesetzt. Für mich ist klar, dass ich mich nicht auf repräsentative  Aufgaben beschränken werde. Ich werde die Politik dazu auffordern, die Gestaltung der Geschicke der Stadt nicht nur der Verwaltung zu überlassen: Der Souverän ist die Politik.

Sie sind als Bürgervorsteher auch Ausschussvorsitzender. Ist das überhaupt zu vereinbaren?

Ich traue mir zu, meine Arbeit im Ausschuss für Stadtentwicklung so zum machen, dass keinerlei Zweifel besteht, worum es geht: Die Zukunft der Stadt. Elmshorn soll sich entwickeln. Das ist entscheidend und nicht die Zugehörigkeit zu einer Partei.

Was ist aus Ihrer Sicht derzeit die größte Herausforderung für Politik und Verwaltung in Elmshorn?

Das ist ganz klar die Neugestaltung der Innenstadt. Wir brauchen eine vorzeigbare City, in der die Menschen sich gern aufhalten, in der sie gern einkaufen. Das ist mit Abstand unsere größte Aufgabe – und zwar seit Kriegsende, das darf man nicht vergessen. Ich möchte mit daran arbeiten, dass uns der Umbau gelingt.

 

Alle Altersgruppen möchte Andreas Hahn mit der Etablierung von Einwohnerversammlungen ansprechen. In den vergangenen Jahren, so der neue Bürgervorsteher, sei diese Möglichkeit, Bürger in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, vernachlässigt worden. Und das, obwohl die Gemeindeordnung eine Versammlung pro Jahr ausdrücklich vorschreibt.

Andreas Hahn hat den Termin für die erste Einwohnerversammlung 2018 bereits festgelegt. Am Dienstag, 18. September, geht es im Kollegiumssaal des Rathauses um das Thema „Stadtumbau West – Wie sieht Elmshorn in 20 Jahren aus“. Als Experte ist der Braunschweiger Stadtplaner Hendrik Welp eingeladen. Er hat 2009 den städtebaulichen Wettbewerb für das Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen gewonnen und 2010 den Rahmenplan erstellt. Während der Versammlung sollen die Bürger über den aktuellen Stand der Arbeiten informiert werden und Gelegenheit bekommen, Fragen zu stellen.  „Ziel der Einwohnerversammlungen soll eine breite Information der Bürger sein. Meinungsaustausch führt zu besseren Entscheidungen“, sagt Andreas Hahn. Er kann sich mehrere Versammlungen im Jahr zu verschiedenen Themen vorstellen.

Klar ist für den neuen Bürgervorsteher, dass er ehrenamtlich tätige Bürger einmal im Jahr auszeichnen will. „Ich denke dabei an Menschen, die in der zweiten Reihe stehen“, sagt Hahn. Der 5. Dezember ist der Tag des Ehrenamtes. Die diesjährige Elmshorner Ehrung ist für den 7. Dezember um 18 Uhr im Kollegiumssaal geplant. Vorschläge aus der Bevölkerung sind erwünscht. Der Bürgervorsteher bietet künftig montags von 10 bis 12 Uhr eine Sprechstunde im Rathaus an. Andreas Hahn ist unter Telefon (0 41 21) 23 12 05 erreichbar.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen