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Flüchtlingspolitik : Elmshorns neue Willkommens-Kultur

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Stadt initiiert ein ehrenamtliches Team von Betreuern für Asylbewerber. Der Kirchenkreis schafft eine Stelle für Flüchtlingsberater.

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erstellt am 17.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Nicht nur logistisch durch die Bereitstellung von ausreichend Wohnraum stellt sich Elmshorn auf den wachsenden Flüchtlingsstrom ein. Auch das Menschliche soll nicht zu kurz kommen. Sowohl Stadt als auch der Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf wollen die Willkommens-Kultur verbessern. Dazu hat die Stadt ein Team von ehrenamtlichen Betreuern ins Leben gerufen und der Kirchenkreis schafft eine Vollzeitstelle für einen Flüchtlingsbeauftragten.

Das „Willkommens-Team“ setzt sich aus Freiwilligen zusammen, die ihre Freizeit investieren wollen, um den Asylbewerbern den Start in dem völlig neuen Umfeld zu erleichtern. „Wir sind mit der Resonanz mehr als zufrieden. 30 Ehrenamtler haben bereits fest zugesagt“, sagt Martina Soezen, Leiterin des Amtes für Bürgerbelange der Stadt Elmshorn. Gemeinsam mit der ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Christiane Wehrmann, baut sie das Team auf. Noch können sich weitere Freiwillige melden. Das nächste Treffen ist für Mittwoch, 29. Oktober (18 Uhr), im Personalkeller des Rathauses an der Schulstraße geplant. Besondere Voraussetzungen müssen die Ehrenamtler nicht mitbringen. „Fremdsprachenkenntnisse sind aber hilfreich. Meist kommt man mit Englisch sehr weit“, so Soezen.

Das „Willkommens-Team“ soll den Menschen bei der Integration helfen – bei schwierigen Fragen in der Kommunikation mit Behörden, aber auch bei den kleinen Problemen des Alltags. „Das fängt schon bei der Mülltrennung, dem Pfandflaschensystem und dem richtigen Lüften der Wohnung an“, erläutert die Amtsleiterin. Die Ehrenamtler sollen mehr als reine Ansprechpartner sein. Sie sollen mit den Flüchtlingen auch gemeinsame Unternehmungen starten. „Man könnte zum Beispiel zusammen zum Sport gehen“, so Soezen. Nicht jeder im Team müsse alles machen, sondern könne sich ganz nach seinen Stärken und Vorlieben einbringen. Eine Schulung der Freiwilligen ist vorgesehen, damit diese auch in rechtlichen Fragen helfen können. „Wir als Verwaltung versprechen uns davon auch eine Entlastung, wenn das Team bereits viele Fragen klären kann. Natürlich stehen wir aber auch weiterhin als Ansprechpartner parat“, sagt Soezen.

Hilfe bei der Integration sollen Asylbewerber künftig auch noch stärker beim Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf erfahren. Die Synode hat in ihrer jüngsten Sitzung den Vorschlag bestätigt, eine neue Stelle für Flüchtlingsarbeit zu schaffen. Damit ist der Weg geebnet, einen Pastor als Ansprechpartner für Flüchtlingsbelange zu beschäftigen. Auch wenn die Stelle zunächst auf drei Jahre befristet ist, ist der Kirchenkreis damit im Norden Vorreiter. „In dem Umfang mit einer vollen Stelle ist das einzigartig in der Landeskirche“, betont Propst Thomas Bergemann. Er freut sich sehr über die Entscheidung der Synode. „Wenn Kirche diese Aufgabe nicht mehr wahrnimmt, dann ist sie nicht mehr Kirche“, sagt der Propst.

Bereits jetzt gibt es einen Beauftragten für Flüchtlingsarbeit. Thorsten Pachnicke, Pastor für Mission, Ökumene und Partnerschaft im Kirchenkreis ist seit Mai Ansprechpartner für die Gemeinden. Er hat zudem das Stellenprofil mit ausgearbeitet. „Durch die Arbeit von Pastor Pachnicke hat sich bestätigt, wie wichtig die Arbeit mit und für Flüchtlinge ist“, so Bergemann.

Die neue Stelle soll zum nächsten Jahr ausgeschrieben werden. Die Beauftragte soll als Anlaufstelle für die 38 Kirchengemeinden des Kirchenkreises in Asylfragen dienen, aber auch einzelne Flüchtlinge begleiten. Außerdem soll durch ihn die Kooperation mit den Kommunen gestärkt werden.

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