Hetze nach Lichtermarktdiskussion : Elmshorns Bürgermeister: „Ich empfinde die Kommentare nicht als konkrete Morddrohungen“

„Man kann den  Bürgermeister der Stadt Elmshorn kritisieren, aber wenn eine solche Hetze auf den Menschen Volker Hatje  ausgeweitet wird, ist eine Rote Linie überschritten“, sagt Hatje.

„Man kann den Bürgermeister der Stadt Elmshorn kritisieren, aber wenn eine solche Hetze auf den Menschen Volker Hatje  ausgeweitet wird, ist eine rote Linie überschritten“, sagt Hatje.

Nach der heftigen Diskussion um den Lichtermarkt in Elmshorn wird der Ton rauer. So geht Bürgermeister Volker Hatje mit Drohungen um.

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29. November 2017, 17:00 Uhr

Elmshorn | Die Vorweihnachtszeit ist für den Elmshorner Bürgermeister Volker Hatje (parteilos) alles andere, als besinnlich. Nach seiner deutlichen Reaktion auf die rassistische Hetze gegen den Elmshorner Lichtermarkt auf der Facebook-Seite der Ex-CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach, steht er im Zentrum einer Schmutzkampagne. Mehr als 150 Zuschriften mit Drohungen und Beschimpfungen haben Hatje erreicht. Die Polizei ermittelt gegen zehn Personen. Der Fall sorgt in den Medien bundesweit für Furore. Von Morddrohungen gegen den Bürgermeister ist die Rede. Wie geht Hatje mit der Situation um?

„Ich empfinde die Kommentare nicht als konkrete Morddrohungen, aber durchaus als persönlich bedrohend“, sagt er. Die verbalen Attacken in den vergangenen 14 Tagen gingen weit über das erträgliche Maß hinaus, so der Verwaltungschef. Ein Schreiber, so Hatje, habe ihn wissen lassen, dass der „Galgen bereits gerichtet“ sei.

Was Hatje besonders wütend macht, sind die persönlichen Angriffe gegen seine Person. „Man kann den Bürgermeister der Stadt Elmshorn kritisieren, aber wenn eine solche Hetze auf den Menschen Volker Hatje ausgeweitet wird, ist eine rote Linie überschritten“, sagt er.

Der Elmshorner Bürgermeister lässt sich nicht einschüchtern – und erhält dabei Unterstützung auch aus dem Internet. Mehr als 200 Mails haben ihn erreicht. Hatje: „Viele haben mir Mut gemacht und positiv auf unseren Lichtermarkt reagiert“.

Dass der Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit für Amtsträger sehr gefährlich werden kann, zeigt der Fall des Bürgermeisters der nordrhein-westfälischen Stadt Altena. Andreas Hollstein (CDU) war am Montag wegen seiner liberalen Flüchtlingspolitik niedergestochen worden.

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