Machbarkeitsstudie : Elmshorns Bahnhof kommt als Light-Version

So sollte es laut Siegerentwurf aussehen: Der Blick aus dem Zug auf das futuristische Bahnhofsdach. Das wurde gestrichen.
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So sollte es laut Siegerentwurf aussehen: Der Blick aus dem Zug auf das futuristische Bahnhofsdach. Das wurde gestrichen.

Stadt verabschiedet sich von futuristischem Dach. Ein Umsetzungskonzept soll bis 2019 vorliegen.

shz.de von
09. Februar 2018, 12:00 Uhr

Elmshorn | Acht Meter hoch, 70 Meter lang: Die Dachkonstruktion für den Umbau des Elmshorner Bahnhofs mutete kühn und futuristisch an. Gebaut wird sie nicht. Von dem Siegerentwurf des europaweiten Ideenwettbewerbs, der 2010 für Furore und Begeisterung gesorgt hatte, musste sich die Stadt Elmshorn schon 2017 verabschieden. Begründung: schwer umsetzbar und vor allem mit enormen Kosten verbunden. So lautete das Urteil von Ex-Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD). Dessen Nachfolger in Kiel, Bernd Buchholz (FDP) hatte sich im Oktober 2017 vor Ort in Elmshorn einen Überblick verschafft. Tenor: Das Land sei bereit, einen zweistelligen Millionenbeitrag zu investieren – in realistische Planungen, nicht in Luftschlösser,

Was am Elmshorner Bahnhof geht, zeigt die Machbarkeitsstudie, die inzwischen vorliegt. „In einigen Bereichen wurden ganz neue Lösungen gefunden“, betont Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje. Keine Frage: Bei der Umsetzung des Großprojekts schlägt Realismus den ambitionierten Futurismus. Die Bahnhofs-Version „Light“ soll zudem deutlich günstiger werden – für die Stadt, das Land und die Deutsche Bahn. Das Dach wird schon mal kräftig abgespeckt und nur noch 4,50 Meter hoch. Die Bahnhofsträumereien sind Vergangenheit. „Auch andere Vorhaben wurden verändert oder ganz rausgenommen“, sagt der Bürgermeister.

Trotzdem: Hatje betont, dass die wesentlichen Funktionen, die schon der Siegerentwurf enthielt, am Ende auch umgesetzt werden. „Beispielsweise die Verlegung des ZOB.“ Im März werde die Lenkungsgruppe – bestehend aus Land, Bahn und Stadt – an einem Tisch sitzen. Dann sollen die ersten Pflöcke eingeschlagen werden. Dann geht es um die Finanzierung, um die einzelnen Module und die Zeitschiene. „Bis 2019 soll das Konzept für den Bahnhofsumbau stehen“, sagt Hatje. Die Zeit sei reif, die Bürger erwarteten, dass am Bahnhof etwas passiere. „Der Bahnhof hat für uns Priorität“, betont die Elmshorner SPD-Landtagsabgeordnete und Ortsvorsitzende Beate Raudies.

Der Bahnhof: wahrlich kein Aushängeschild und keine Visitenkarte für die Stadt. Der Zustand der Anlagen sei nicht angemessen für einen Bahnhof dieser Größe, hatte Buchholz bei seinem Besuch gesagt und die Barrierefreiheit als zwingend notwendig bezeichnet.

Der erste Step für den Bahnhofsumbau wird laut Hatje definitiv im Jahr 2019 erfolgen: der Bau der neuen Fahrradabstellgarage auf dem ehemaligen Areal von Rabes Hotel am Bauerweg. 200 Stellplätze werden dort errichtet – und eine Toilettenanlage. Letzteres ist in Elmshorn genauso wichtig wie ein sicherer Fahrradstellplatz. Wie der neue Bahnhof am Ende optisch aussieht,, soll ein neuer Wettbewerb zeigen. Hatje betonte, dass das neue, kleine Dach die Reisenden viel besser vor Regen schützen werde, als das große.

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