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Klimafonds : Elmshorner Vorzeige-Projekt fürs ganze Land

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Klimafonds schüttet knapp eine Million Euro aus. Seit 1996 hat er 425 Maßnahmen zum Klimaschutz in den Mitgliedskommunen gefördert.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2014 | 12:00 Uhr

Elmshorn | Der Klimaschutzfonds ist eine echte Erfolgsgeschichte. Das betonten die Verantwortlichen des 1996 in Elmshorn gegründeten Projekts gestern auf einer Pressekonferenz. Die Erfolgsbilanz belegten Klimaschutzmanager Markus Pietrucha, Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje, Thorsten Rockel (Vorsteher Amt Elmshorn-Land) und Ernst-Wilhelm Mohrdiek (Vorsteher Amt Horst-Herzhorn) auch mit Zahlen. Rund neun Millionen Euro an privaten Investitionen sollen durch die Zuschüsse aus dem Fonds bereits in den zehn Mitgliedskommunen ausgelöst worden sein. „Seit 1996 haben wir 425 Maßnahmen gefördert. Insgesamt wurden die Projekte mit knapp einer Million Euro gefördert“, betonte Pietrucha.

In den vergangenen Jahren haben Förderanfragen an den Fonds extrem zugenommen. Wurden um die Jahrtausendwende jährlich noch rund zehn Anträge eingereicht, sind es jetzt bis zu 110. Dies hängt nach Ansicht von Pietrucha mit der allgemein stärker werdenden Nachfrage zusammen, aber auch damit, dass sich seit dem Jahr 2000 immer mehr Kommunen der Elmshorner Initiative angeschlossen haben. So gehören neben Elmshorn folgende Kommunen dem Fonds an: Altenmoor, Horst, Kiebitzreihe, Klein Nordende, Klein Offenseth-Sparrieshoop, Kölln-Reisiek, Raa-Besenbek, Seester, Seestermühe und Seeth-Ekholt. „Der Fonds ist ein Vorzeigeprojekt der Stadt-Umland-Kooperation. In dieser Form ist das in Schleswig-Holstein einmalig“, sagte Hatje. Und Rockel ergänzt: „Es läuft sehr gut.“

So gut, dass bei weiter steigender Nachfrage laut Mohrdiek sogar über eine Erhöhung der jährlichen Beiträge der Mitgliedskommunen in den Fonds nachgedacht werden muss. Bislang zahlt jede Kommune pro Jahr 50 Cent pro Einwohner. „Damit haben wir im Jahr etwa 35.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung“, erläutert Pietrucha, der Vorsitzender des Fonds ist. Bis vor einigen Jahren sei diese Summe nie abgerufen worden. „Jetzt sind allerdings alle Rücklagen aufgebraucht. Wir fördern jetzt nach dem Prinzip, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Bei besonders förderungswürdigen Projekten kann aber eine Ausnahme gemacht werden“, so der Klimaschutzmanager der Stadt Elmshorn. Der Fonds-Beirat tage zweimal im Jahr und entscheide über die Anträge.

Seit Beginn des Jahres gibt es neue Förderrichtlinien. Lag der Schwerpunkt bislang auf Solar- und Photovoltaikanlagen, sollen nun vor allem auch neue, innovative Technologien gefördert werden. Für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen gibt es beispielsweise einen Zuschuss von maximal 1200 Euro, für solarthermische Anlagen von bis zu 500 Euro und für Photovoltaikanlagen gibt es 300 Euro zuzüglich 100 Euro pro kWpeak. Wer sich umfassend über den Klimaschutzfonds informieren will, hat dazu jetzt auch in einem Flyer Gelegenheit. Die neuen Info-Blätter liegen im Elmshorner Rathaus und in den Amtsverwaltungen aus. Die Verantwortlichen des Fonds erhoffen sich dadurch noch mehr Anfragen. Ihr Ziel ist es, noch stärker zum Schutz der Umwelt beizutragen. Bislang wurden durch die geförderten Maßnahmen nach Angaben von Pietrucha rund 1000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart. Zum Vergleich: In Deutschland verursacht im Durchschnitt jeder Einwohner rund neun Tonnen CO2 im Jahr (USA etwa 17, Spanien 6).

Der Klimaschutzfonds gewährt Zuschüsse zu Maßnahmen, die in besonderem Maße zur Reduktion der Emissionen von klimawirksamen atmosphärischen Spurengasen, insbesondere Kohlendioxid, beitragen oder die der Förderung regenerativer Energieerzeugung dienen. Gefördert werden solarthermische Anlagen, Photovoltaikanlagen, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (BHKW), Visualisierungsmaßnahmen, die den Ertrag oder die Technologie der Erneuerbaren-Energien-Anlage veranschaulichen und Maßnahmen zur Einführung und Nutzung innovativer Technologien zur Energieerzeugung, zur rationalen Energienutzung und zur Einsparung von Energie sowie Maßnahmen, die einen Demonstrationscharakter haben. Die Förderung durch den Fonds darf 50 Prozent der Investitionskosten nicht überschreiten. Zuschussberechtigt sind Privatpersonen, Vereine, Organisationen und Gesellschaften aus den zehn beteiligten Kommunen.
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