"Zeitung in der Schule" : Elmshorner Schüler zu Besuch bei der Edeka-Zentrale

EN-Projekt ermöglicht Berufsschülern interessante Einblicke in die Zentrale von Edeka Nord in Neumünster.

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08. Februar 2013, 09:45 Uhr

Elmshorn/Neumünster | Im Rahmen des Projektes Zeitung in der Schule hatten wir, die Klasse Sy10 der Beruflichen Schule Elmshorn, bestehend aus 20 angehenden Fachmännern und Fachfrauen für Systemgastronomie im dritten Lehrjahr, die Möglichkeit, die Zentrale von Edeka Nord in Neumünster zu besuchen.

Im Vordergrund unseres Besuches stand ein Bewerbungstraining, aber wir durften uns auch das Lager ansehen. Also machten wir uns früh morgens auf den Weg nach Neumünster. Dort begrüßte uns Lagerleiter Eberhard Kienitz und zeigte uns das 41 000 Quadratmeter große Lager. Hier gibt es drei Bereiche: Das Trockensortiment mit circa 5200 Artikeln, zum Beispiel Getränke, Chips, Tee und Kaffee, das Frischelager mit Obst und Gemüse und das minus 22 Grad Celsius kalte Tiefkühllager. Um dem HACCP-System gerecht zu werden, ist es wichtig, für eine ununterbrochene Kühlkette während des gesamten Transports zu sorgen. Hierzu kommt die Tiefkühlware, Kollis genannt, in große blaue Isobehälter, die mit minus 60 Grad Celsius kalten Trockeneisblöcken gekühlt werden. In der ersten, zweiten und dritten Tour werden die Edeka-Märkte von Neumünster aus beliefert, hierzu gehören auch Nord- und Ostseeinseln. Besonders viel Ware wird im Dezember, beziehungsweise generell zu Feiertagen, umgeschlagen, da muss dann ausnahmsweise auch mal an den Sonnabenden kommissioniert, das heißt direkt für den Kunden gepackt werden, damit die Märkte ihren Kunden immer frische Ware bieten können. Das ist auch die Zeit in der im Lager die Warenausgangsfläche immer reichlich gefüllt ist.

Hier am Standort Neumünster sind 800 Mitarbeiter, davon 400 Logistiker, tätig. Die Kommissionierer erhalten einmal ihren Grundlohn und können sich bis zu 500 Euro Prämie durch schnelleres aber auch richtiges Packen dazu verdienen. Im Lager Neumünster gibt es alleine im Trockensortiment 83 Kommissioniergeräte (Meisen) zum Kommissionieren und 20 Gabelstapler, die die Paletten problemlos von einem Lagerplatz zum anderen transportieren. Sämtliche Artikel werden beim Packen gescannt und für die Packliste gespeichert. Jeder Staplerfahrer bekommt automatisch ein Signal, damit der Mitarbeiter weiß, welche Ware aufgefüllt werden muss. Ware die kommissioniert wird, steht so immer in Griffhöhe bereit. Sobald von einem Artikel nur noch fünf Einheiten im Regal stehen, muss aufgefüllt werden - bei so vielen Artikeln eine Meisterleistung.

Edeka Nord bildet aktuell 1500 junge Menschen aus, deutschlandweit sogar über 18 000 in über 30 Ausbildungsberufen in den Bereichen Einzelhandel, Großhandel, Logistik, Verwaltung, IT und Produktion.

Wer bei Edeka Nord arbeiten möchte, durchläuft verschiedene Schritte im Bewerbungsverfahren. Der Handel hat, ganz im Gegensatz zur Systemgastronomie, mengenmäßig noch keine großen Nachwuchssorgen, deshalb gilt es zunächst, die Bewerberflut zu minimieren, um dann aus den zahlreichen Bewerbungen eine Auswahl zu treffen.

Somit wird zunächst die schriftliche Bewerbung gesichtet. Das Wichtigste hierbei ist der erste Eindruck: Sauber, ordentlich, vollständig und mit qualitativ hochwertigem Foto sollte die Bewerbung abgegeben werden. Entspricht die Bewerbungsmappe nicht den Anforderungen, wird sie zurückgeschickt und die Aussicht auf den Job ist verloren. Eine vollständige und systematisch geordnete Bewerbungsmappe besteht aus dem lückenlosen Lebenslauf, den Qualifikationen und letzten Zeugnissen sowie einem Anschreiben, das mit Büroklammer gesichert auf der Mappe liegt.

Wenn man einen guten Eindruck vermittelt hat, folgt ein Einstellungstest. Hier werden die Bereiche Allgemeinwissen, Deutsch, Grammatik, wirtschaftliches Verständnis, Wortschatz und Englisch geprüft. Auch wir stellten uns heute diesem Test: Der hatte es in sich! Läuft der Test gut, kommt der dritte Schritt: Das Vorstellungsgespräch. Jetzt heißt es Hemd und Anzug aufbügeln, Krawatte binden und los geht es: Überpünktlich bitte, gedanklich vorbereitet, ruhig und authentisch. Schon hat man auch diese Hürde genommen. Jetzt wird es immer interessanter ein "Assessment-Center" folgt. Jetzt ist man einer von acht Bewerbern und ganz nah dran am Job, denn lediglich zwei bis vier von diesen acht erhalten später ein Angebot. Dort bekommt man eine sogenannte Postkorbaufgabe: Ein Terminplaner liegt vor einem, Anrufe gehen ein für neue Termine und man muss die Termine dann so einrichten, dass der Chef genügend Zeit hat sich vorzubereiten und eine kleine Pause zwischen den Terminen hat. Danach folgen ein Rollenspiel, eine Gruppendiskussion und eine Präsentation. Selbst wenn man nicht alle Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit löst, ist der persönliche Eindruck auch hier von großer Bedeutung, denn die Bewerber werden von mehreren Führungskräften der Edeka beobachtet.

Wenn man auch diese Hürde genommen hat und eine Ausbildung bei Edeka beginnt, stehen jedem vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten im Unternehmen offen. Sogar die Eröffnung einer eigenen Filiale als selbstständiger Kaufmann kann erreicht werden.

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