Zwei Veranstaltungen im Saalbau : Elmshorner Schüler erinnern an Nazi-Verbrechen

Avatar_shz von 23. Januar 2020, 14:00 Uhr

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Mit der Veranstaltung „Gegen das Vergessen“ wollen Schüler, Lehrer und die Stadt Elmshorn an die NS-Verbrechen erinnern.

Mit der Veranstaltung „Gegen das Vergessen“ wollen Schüler, Lehrer und die Stadt Elmshorn an die NS-Verbrechen erinnern.

Mit Musik und Theaterszenen gedenken die Jugendlichen des Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz.

ELmshorn | Es gibt sie: Menschen die bei dem Thema Nationalsozialismus abwinken und es sich leicht machen. Alles lange her. Und überhaupt: Was hat das mit mir zu tun? Wer in Elmshorn zur Schule gegangen ist weiß, die NS-Verbrechen gehen auch die heutigen Generationen etwas an. Seit 12 Jahren stehen hier Schüler aus den weiterführenden Schulen gemeinsam auf der Bühne und erinnern zum Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz an die Verbrechen des Nazi-Regimes. „Man kann leicht museal werden und sagen, das war mal, das ist doch lange her“, sagt Anna Haentjens, die seit Jahren die künstlerische Leitung von „Gegen das Vergessen“ inne hat. Gerade deshalb sei die Veranstaltung für Schüler jedoch so wichtig: Sie halte in Erinnerung, was nicht vergessen werden darf, stimmt auch Stadtrat Dirk Moritz zu: „Gerade in Zeiten, in denen der Antisemitismus wieder zunimmt.“ Hundert Schüler auf der Bühne Auf der Bühne im Saalbau werden etwa hundert Schüler aus allen weiterführenden Schulen der Stadt stehen. Aufführen werden sie kleine Theaterszenen und Musik. Manche Schüler konnten das Thema ihres Auftrittes selbst auswählen. So haben sich Schüler der Bismarckschule dafür entschieden, etwas zum Thema Euthanasie aufzuführen. „Viele kennen vielleicht das Wort Euthanasie, aber wissen nicht, was genau dahintersteckt“, sagt die 16-jährige Halima Sara Hollfoth. Ihre Mitschülerin Victoria Jürgens (16) pflichtet bei: „Klar ist das ein schwieriges Thema.“ Sie hätten sich jedoch im Unterricht damit beschäftigt und gemeinsam beschlossen: Darüber muss gesprochen werden. Rita Schliemann, Leiterin des zuständigen Amtes für Kultur und Weiterbildung:   Schüler, die bei der Veranstaltung mitmachen, seien sensibilisiert für Menschenfeindlichkeit. Das bestätigt auch Margrit Bergmann, Lehrerin an der Boje-C.–Steffen-Gemeinschaftsschule: „Es berührt mich zu sehen, wie bei den Schülern jedes Jahr eine Veränderung stattfindet.“ Diese Beobachtung teilt auch Amtsleiterin Schliemann: „Was ich sehr beeindruckend finde: Es ist immer sehr still. Man kann sich vorstellen, bei 450 Schülern im Saal, kann es auch mal laut werden. Aber hierbei ist es still. Man merkt, wie es die Schüler zum Nachdenken anregt.“  ...

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