Schulpolitik : Elmshorner Gymnasien kehren zu G9 zurück

Die EBS wird wieder ein G9-Gymnasium.
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Die EBS wird wieder ein G9-Gymnasium.

Eltern und Lehrer argumentieren, dass den Schülern mit 17 Jahren die Reife für das Abitur und die Studium fehle.

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18. Januar 2018, 12:30 Uhr

Elmshorn | Bei der Gewichtung der Argumente ergaben sich auf der Schulkonferenz der Elsa-Brändström-Schule am Montagabend laut Schulleiter Uwe Lorenzen keine Veränderungen mehr. Ein Antrag auf Fortführung des achtjährigen Bildungsgangs wurde deshalb gar nicht gestellt. „Daher wird die Elsa-Brändström-Schule gemäß dem Schulgesetz ein G9-Gymnasium“, heißt es in der Pressemitteilung, die Lorenzen am Mittwoch veröffentlichte. 

Schluss mit dem Turbo-Abi, Rückkehr zu G9: Elmshorns Gymnasien haben sich entschieden, ohne für eine Überraschung zu sorgen. An der Bismarckschule war die G9-Mehrheit von Eltern, Schülern und Lehrern so groß, dass die Schulkonferenz zu diesem Thema gar nicht erst einberufen wurde. „Die Eltern und Lehrer argumentieren, den Schülern fehlte mit 17 Jahren die nötige Reife für das Abitur und die Universität. Außerdem erhoffen sich die Eltern von dem Wechsel für ihre Kinder mehr Freizeit und mehr Zeit zum Lernen“, sagte Schulleiter Peter Rosteck. Unter den Schülern sei die Entscheidung für G9 dagegen relativ knapp ausgefallen. Rosteck: „Sie kennen nichts anderes als G8.“ Grundsätzlich habe aber die Schulgemeinschaft nie hinter dem Wechsel zu G8 gestanden, es sei lediglich der politische Wille umgesetzt worden. Nichtsdestotrotz hält Rosteck das Hin und Her zwischen den Systemen für eine unnötige Verschwendung von Ressourcen. „Der Wechsel wird uns noch die nächsten 20 Jahre beschäftigen.“ Erste Gespräche zur Umsetzung von G9 wird Rosteck mit seinen Kollegen bereits bei einem Schulentwicklungstag im März führen. Denn die Zeit drängt: Ab 2019 sollen sowohl die fünften als auch die sechsten Klassen der Gymnasien das Abitur in neun Jahren machen. Es sind also bereits die Schüler betroffen, die sich im kommenden Monat für die Elmshorner Gymnasien anmelden.

Im Elmshorner Rathaus weiß der Schulträger jetzt wohin die Reise geht. Laut Stadtrat Dirk Moritz sollen innerhalb der kommenden zwei Jahre die Weichen für die weiterführenden Schulen gestellt werden. „Wir beobachten die Schülerströme sehr genau.“ Der Neubau einer weiteren Gemeinschaftsschule wird in Elmshorn ebenso diskutiert wie An- und Umbauten an den bestehenden Einrichtungen. Auch die Zukunft der Mensen, die für G8-Jahrgänge geschaffen wurden, hat Moritz im Blick. „Schüler werden sich bei G9 nicht mehr solange an den Schulen aufhalten. Die Mensen müssen aber wirtschaftlich arbeiten können.“ Laut Moritz könnten die Nachmittagsangebote ausgeweitet werden. G9 statt ungeliebtes G8: Moritz geht davon aus, dass wieder mehr Eltern ihre Kinder auf den beiden Elmshorner Gymnasien anmelden werden. Geht das am Ende zu Lasten der Gemeinschaftsschulen?

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