Gleichstellung : Elmshorner Frauen präsentieren Motive und Macher- (innen)

Haben „Frauen in der Kunst“ als Thema gewählt: Das Planungsteam des  Frauenempfangs.

Haben „Frauen in der Kunst“ als Thema gewählt: Das Planungsteam des  Frauenempfangs.

Beim 32. Frauenempfang in Elmshorn geht es um Frauen in der Kunst.

shz.de von
18. Januar 2018, 17:00 Uhr

Elmshorn | Die Erklärung der alten Griechen ist bitter und schmerzhaft. Schönheit und Liebe kamen ausgerechnet durch den Kampf zwischen Männern in die Welt. Uranos, dem Urgott, wurde durch seinem Sohn Kronos das Geschlechtsteil abgehackt. Blut und Samen vermischten sich im Meer und aus dem Schaum wurde Aphrodite, Göttin der Liebe und Schönheit, geboren. Diese Göttin, von den Römern auch Venus genannt, ist das Maskottchen des diesjährigen Frauenempfangs. Ehrenamtlich hatte die Illustratorin Gila von Meißner die Figur nach Vorlage eines berühmten Botticelli-Gemäldes für die Einladungskarten entworfen – und hat damit des Pudels Kern getroffen. Denn beim diesjährigen Frauenempfang geht es um Frauen in der Kunst – und dass diese erst sichtbar wurden, als die Männer schon längst im Wettstreit miteinander standen.

Zum 32. Mal wird in Elmshorn der Frauenempfang veranstaltet und Fragen zur Gleichstellung und Gleichberechtigung in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte gestellt. „Das ist schon eine Hausnummer. Schon 32 wichtige Themen haben wir behandelt“, sagt Heike Basting, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Elmshorn. Sie plant den Empfang zusammen mit Sylvia von Meißner-Fröhlich, Susanne von Soden-Stahl (beide von der Fraktion der Grünen), Ragnild Ehlers und Traute Röhrs (SPD-Fraktion) und Karla Fock (CDU-Fraktion). Die Idee zum Kunstthema stammt von Röhrs: „Männliche Kunst ist jedem bewusst. Aber bei den Frauen in der Kunst lohnt es sich, genauer hinzuschauen.“ Bei dem Empfang soll es jedoch nicht um Frauen als Darstellungsobjekt gehen. „Wir richten unseren Fokus auf diejenigen Frauen, die in der Kunst tätig sind“, erklärt Basting.

Bei dem Empfang wird deshalb die Historikerin Katrin Schmersahl von ihren Forschungen über Frauen im Kunstbetrieb berichten. Erst spät öffneten sich die Kunstakademien und akzeptierten Frauen als Studentinnen, berichtet Christel Storm, Vorsitzende des Elmshorner Kunstvereins, der dem Empfang eine eigene Ausstellung widmet. „Der Hauptgrund war, dass im Studium der männliche Akt zur Ausbildung gehörte. Und einen nackten Mann konnte man den Frauen nicht zumuten“, erklärt Storm. Argwöhnisch wurden kunstschaffende Frauen beäugt: „Man nannte sie Malweiber.“

Der Frauenempfang beginnt am Sonntag, 28. Januar, um 11 Uhr im Elmshorner Rathaus, Schulstraße 15. Ab Freitag, 26. Januar, zeigt der Kunstverein Elmshorn eine passende Ausstellung, bei der Künstlerinnen des Frauennetzwerkes Gedok ihre Arbeiten vorstellen. Die Vernissage beginnt um 19 Uhr im Torhaus, Probstendamm.

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