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Stadtradeln 2014 : Elmshorner fahren mit dem Fahrrad bis nach Paris

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Von der Krückau an die Seine: Sechs Elmshorner radeln in sieben Tagen 1002 Kilometer bis in die französischen Hauptstad.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2014 | 15:00 Uhr

Elmshorn | Außergewöhnlicher Beitrag zum Stadtradeln 2014 in Elmshorn: Sechs Mitglieder der Fahrradgruppe Rückenwind sind zum Start der Aktion nach Paris geradelt. Sie legten an sieben Tagen gemeinsam 6012 Kilometer zurück und beendeten ihre Tour mit zwei Runden um den Triumpfbogen in der französischen Hauptstadt und einem Gruppenfoto vor dem Eifelturm.

Die Langstreckenfahrer starteten bei leichten südwestlichen Winden sowie kleinen Regenschauern und querten mit der Fähre in Glückstadt die Elbe. Nach einem Speichenbruch in Bremen endete ihre erste Etappe in Cloppenburg mit einem neuen Rekord der Gruppe, die bereits während des Stadtradelns 2012 an den Bodensee gefahren war: Nicht den Radlern, sondern den Rädern ging die Puste aus – es mussten am ersten Tag sechs Plattfüße geflickt werden. Insgesamt forderte die Tour elf Reparaturen an den Schläuchen der Rennräder.

Bei der Weiterfahrt durch das Emsland und die östlichen Niederlande konnten die Radler die Weite und Ebene der Landschaft kennenlernen. Kilometerlang zogen sich die gut ausgebauten Straßen hin. Als ein Paradies für Radfahrer lernten die Elmshorner die Niederlande kennen: Breite, asphaltierte Fahrradwege wechselten sich mit ebenso schönen Fahrradstreifen an stärker befahrenen Straßen ab. „So manch ein Kritiker von Fahrradstreifen sollte sich dort umsehen, wo diese Einrichtung von allen Verkehrsteilnehmern akzeptiert und ausgiebig genutzt wird“, sagt dazu Wolfgang Behrens vom Rückenwind-Team.

Etwas anders sah es am 3. Tag in Belgien aus, denn dort wird der Fahrradverkehr nicht so gefördert. Lediglich in Brüssel kann die Busspur auch von Fahrradfahrern genutzt werden. Dieses war auch notwendig, denn der Autoverkehr in dieser Stadt schien während der Durchfahrt kurz vor dem Kollaps zu stehen.

Nahe dem Denkmal für die Schlacht bei Waterloo gab es dann für einen Mitradler ein persönliches Waterloo, doch der Sturz auf dem dort Pavé genannten Kopfsteinpflaster ging glücklicherweise mit Schürfwunden am Knie glimpflich ab. Allerdings trotzte das Befahren dieser Straße der gesamten Radler-Gruppe und dem Material alles ab, denn eine Elmshorner Kopfsteinpflasterstraße ist gegen das Pavé eine eher glatte Fahrbahn.

Die 5. Etappe führte nach Saint Quentin in der Picardie (Frankreich). Dort besserten sich die Straßenverhältnisse für die Radfahrer wieder deutlich. Beim Durchfahren der Ortschaften fielen immer wieder die Erinnerungen und Gedenken an den 1. Weltkrieg auf, denn in diesem Gebiet gab es viele hart umkämpfte Stellungen.

Kurz vor Paris endete in Lamorlaye die 6. Etappe mit einer Unterkunft, die mitten in einem riesigen Waldgebiet liegt. Die in diesem Areal liegenden Villen und Herrenhäuser gaben einen ersten Eindruck vom Reichtum der nahen Weltstadt Paris wieder.

Das letzte Kapitel der etwas anderen Tour de France war dem Einrollen nach Paris vorbehalten, das durch die Vorstädte bis in die Innenstadt führte. Auch wenn selbstverständlich ein Hotel das Tagesziel war, so musste die Tour doch bis zum Eiffelturm verlängert werden. Der Weg dorthin führte quer durch die Innenstadt, über die achtspurige Avenue des Champs Elysées, zwei Mal rund um den Triumphbogen bis hinunter an die Seine. Immerhin gibt es auf dieser Strecke einen Radstreifen, der von den Autofahrern auch akzeptiert wird. Lediglich beim Runden des Triumphbogens mussten sich die Radler in die Autokolonnen einreihen.

Als Reiseabschluss gönnten sich die Elmshorner noch einen freien Tag zur Stadtbesichtigung. Nach sieben Tagen, einer Reisestrecke per Rad von 1002 Kilometern und rund 43 gefahrenen Stunden traten die Rückenwind-Radler Mathias Köhncke, Matthias Neumann, Rudi Pallesen, Marco Potschien, Tom Sedlmayr und Wolfgang Behrens ihre Rückreise nach Elmshorn mit dem Zug an.

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