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Nach „Christian“ und „Xaver“ : Elmshorner Bäume im Sturm-Test

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Premiere für Elmshorn: Nach den zwei vergangenen Orkanen lässt die Stadt mit Hightech die Standfestigkeit der Birken im Philosophenweg testen.

shz.de von
erstellt am 18.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Etliche Bäume in Elmshorn sind den letzten heftigen Stürmen zum Opfer gefallen. Aber auch einigen, die „Christian“ und „Xaver“ überstanden haben, könnte es nachträglich noch an den Kragen gehen. Die Stadt lässt mit Hightech die Standfestigkeit von Birken im Philosophenweg überprüfen. Eine Premiere für Elmshorn. Dieses Verfahren wurde hier bislang noch nicht angewandt. „Wir wollen alles versuchen, die Bäume zu erhalten. Deshalb lassen wir diese Gutachten erstellen“, sagt Thomas Miller vom Fächenmanagement der Elmshorner Stadtverwaltung.

Zwei Exemplare aus der Baumreihe waren durch „Xaver“ gestürzt worden. Andere drohten umzukippen. Kurt Bauer kann sich noch gut erinnern. Er wohnt gemeinsam mit seiner Tochter am Ende des Philosophenwegs kurz vor dem Wendehammer. In der Sturmnacht mussten sie evakuiert werden. „Wir sind bei Bekannten untergekommen. Die Feuerwehr hatte Sorge, dass uns der Baum aufs Dach kracht“, berichtet der Anwohner. Er sei froh, dass die Stadt die Standfestigkeit jetzt überprüfen lasse. Beim Sturm „Xaver“ habe die Birke direkt vor seinem Haus so stark gewankt, dass sich sogar der Boden rund um den Baum bewegte.

Gestern Morgen rückten nun die Experten der Pinneberger Firma Thomsen an. „Mit dem Messverfahren können wir feststellen, ob die Bäume weitere Orkane überstehen“, erläutert Diplom-Ingenieur Svenning Holz. Die Belastbarkeit von drei Birken aus der Reihe würde getestet. „Mit den Ergebnissen können wir hochrechnen, wie es um die Standfestigkeit der anderen Bäume aus der Reihe bestellt ist.“

Das Verfahren klingt zunächst ganz einfach. Mit einem Spanngurt wird am Baum gezogen. Eine Belastung von bis zu 2,5 Tonnen kann so auf den Baum wirken. „Viel zu viel für unseren Zweck, damit würden wir den Baum herausreißen“, sagt Holz. Für das Gutachten werden etwa 40 Prozent der Orkanlast simuliert. Das sei in etwa eine Tonne. Stück für Stück wird die Spannung erhöht. Messgeräte zeichnen dabei die Bewegung von Stamm und Wurzelwerk auf. Die Neigung des Baumes wird auf ein Hundertstel Grad genau gemessen. Auch die Dehnung der Rindenfasern wird kontrolliert – auf den Tausendstel Millimeter. Zum Abschluss wird die Baumkrone ausgemessen und fotografiert. Die Bilder werden am Computer gerastert. „So können wir die Windangriffsfläche bestimmen“, erläuert der Dilpom-Ingenieur. Sämtliche Ergebnisse fließen in die abschließende Bewertung ein.

Ob die Bäume im Philosophenweg den nächsten Sturm überstehen, soll Ende der Woche feststehen. Dann liegen die Ergebnisse der Untersuchung vor. „Mit dem Gutachten sind wir auf der sicheren Seite. Wir hoffen natürlich, dass die Birkenallee erhalten bleiben kann“, so Miller.

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