Lied als Weihnachtsbotschaft : Elmshorner André Lion singt neue Version von „Where is the Love“

Der gebürtige Elmshorner ist im Hamburger Michel vor 2500 Zuhörern aufgetreten. Dabei entstanden auch Szenen für das Video zum Lied.
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Der gebürtige Elmshorner ist im Hamburger Michel vor 2500 Zuhörern aufgetreten. Dabei entstanden auch Szenen für das Video zum Lied.

Der Musiker und Songwriter André Lion feierte mit seinem Song „Liebe (Where is the Love)“ Premiere im Hamburger Michel.

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21. Dezember 2017, 10:09 Uhr

Elmshorn | Wo ist die Liebe hin? Eine Frage, die sich der eine oder andere in jüngster Zeit gestellt haben dürfte. So wie André Lion. Doch der 31-jährige Musiker und Songwriter  will sich nicht nur still und leise mit dieser Frage beschäftigen. Der gebürtige Elmshorner will seine Botschaft in die Welt hinausposaunen. So laut, wie es sein Künstlername schon verrät: „Lion“, wie ein Löwe. Deshalb hat er den Song „Liebe (Where is the Love)“  geschrieben – inspiriert  durch das gleichnamige Lied der Gruppe Black Eyed Peas.

„Ich wollte einfach keinen Fake-Namen, wie es in der Musik-Szene mittlerweile recht üblich ist“, erklärt er. Also nimmt er seinen Vornamen und kombiniert ihn mit dem englischen Wort für Löwe. Sein Lieblingstier, wie der Musiker verrät, das als Tattoo auch seinen Oberarm ziert. Sein Künstlername werde aber deutsch ausgesprochen. „Lion, wie man es spricht, soll die deutschen Texte meiner Musik verdeutlichen“, erklärt er und fügt lachend an: „Außerdem merken sich die Leute das schneller, wenn sie erst fragen müssen, wie mein Künstlername ausgesprochen wird.“ Seit mehr als 15Jahren schreibt er eigene Songs. Er spiele mit Worten und verpacke sie in Reime. „Es macht einfach klick“, verrät der Rapper. Wie beim Song der Black Eyed Peas. „Das Lied hat mich schon immer abgeholt“, sagt er. „Irgendwann habe ich den Song im Auto gehört und ihn mal ins Deutsche übersetzt und im eigenen Sprachgebrauch ergänzt und fand, dass es sich gut anhört.“

Anfang des Jahres begann der Musiker mit dem Schreiben des Songs. Zusammen mit dem bekannten Hip-Hop-Produzenten P.M.B, der bereits mit Größen wie der 187 Straßenbande zusammengearbeitet hat, ging es ins Studio.

Song-Premiere vor 2500 Menschen im Michel

Im November feierte der Song Premiere. Und zwar nicht irgendwo, sondern im Hamburger Michel: 2500 Menschen waren dabei. Möglich machte das Ganze ein jahrelanger Bekannter: der Pinneberger Volker Dymel, Leiter des Chors „Joyful Gospel“. Jedes Jahr tritt Dymel im Michel im Rahmen eines Charity-Events auf. „Ich habe mich mit Volker einfach mal über den Song unterhalten. Er war von der Idee so begeistert, dass er vorschlug, gemeinsam im Michel zu performen und die Premiere zu feiern“, sagt Lion.

Im Video sind Menschen aus aller Welt zu sehen, die mit Daumen und Zeigefinger ein L als Symbol für die Liebe formen.
F. Soltwedel/L. Peters

Im Video sind Menschen aus aller Welt zu sehen, die mit Daumen und Zeigefinger ein L als Symbol für die Liebe formen.

 

Doch der Rapper wollte nicht einfach nur seinen Song zum Besten geben: Die beiden  organisierten ein Kamerateam für ein Musikvideo und stellten Lion einen mehr als 70-köpfigen  Gospelchor zur Seite. Hip-Hop und Gospel: Das hatte es in der Kirche zuvor noch nie gegeben. „Es war ein unglaubliches Gefühl, dass sich nach dem Konzert Menschen jeden Alters mit Tränen in den Augen bei mir bedankt haben und mich baten, weiter zu machen und diese Botschaft zu verbreiten“, erzählt der Musiker. „Ich merke, wie der Song die Menschen bewegt und zusammenbringt. Das ist mehr wert, als irgendwelche Scheine, die jemand einem in die Hand drückt.“ Der Song sowie die Aktion seien eine nicht kommerzielle Angelegenheit, an der niemand etwas verdient habe und es einzig um die Message gehe.

Im Musikvideo fällt auf, dass viele Menschen eingespielt werden, die mit Daumen und Zeigefinger ein „L“ formen. „Es soll ein Zeichen für Liebe sein“, erklärt Lion. „Ich würde mir wünschen, dass die Message und das Zeichen viele Menschen über das Internet erreichen.“

Gerade Zeiten wie diese haben ihn zu seinem Song bewogen. „In dieser scheinbar verrückten Welt fällt es uns schwer, die täglichen Horrornachrichten zu verarbeiten“, sagt der Musiker. „Entweder sie fressen uns auf oder wir stumpfen ab. Ich weiß nicht, was schlimmer ist.“ Aber was kann man tun? „Ein friedliches Zeichen setzen, immer wieder Liebe anstatt Hass zu verbreiten – das ist der richtige Weg, denke ich“, sagt er und ergänzt: „Wir müssen zusammenhalten, egal woher wir kommen, wie wir aussehen und an welchen Gott wir glauben.“

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