Neues Konzept : Elmshorn versucht Ordnung ins Parkchaos zu bringen

Auf dem Buttermarkt  gibt es gebührenpflichtige Parkplätze.

Auf dem Buttermarkt  gibt es gebührenpflichtige Parkplätze.

Anwohner, Einzelhandel, Gewerbetreibende und Pendler werden beteiligt. Ab 2019 soll es klare Regeln geben.

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01. März 2018, 13:45 Uhr

Elmshorn | Kostenlose neben gebührenpflichtigen Parkplätzen. Teure Stellplätze neben günstigen. Und jeden Morgen tobt der Kampf in der Elmshorner Innenstadt um die freien, kostenlosen Plätze – zwischen dem Pendler, der zum Bahnhof will, dem Kunden, der in die City will, den Mitarbeitern, die dort arbeiten und den genervten Anwohnern, die sich über die zugeparkten Stellflächen vor ihrer Haustür beklagen. Schluss damit: Die Stadt bringt Ordnung ins Chaos. „Wir wollen klare und einheitliche Regelungen schaffen“, betont Bürgermeister Volker Hatje. Und er macht keinen Hehl daraus, dass es ein Nebeneinander von kostenlosen und kostenpflichtigen Plätzen in Zukunft so nicht mehr geben wird. „Das führt zu dem enormen Parkplatz-Suchverkehr, den wir mit dem Konzept deutlich reduzieren wollen“, sagt der Verwaltungschef. Die Stadt setzt auf ein Parkraummanagement, möchte auch ein einheitliches Gebührensystem einführen. Zurzeit zahlen die Nutzer zwischen 50 Cent und zwei Euro pro Stunde.

40.000 Euro Investition

Pendler, Kunden, Mitarbeiter, Anwohner, die alle auf engstem Raum um die Parkplätze konkurrieren. Die Ausgangssituation ist schwierig, Kompromissbereitschaft auf allen Seiten gefragt. Die Stadt investiert zirka 40.000 Euro in das Parkraumkonzept. Sie wird vom Planungsbüro Gertz Gutsche Rümenapp unterstützt – und sie wird gemeinsam mit allen beteiligten Gruppen nach Lösungen suchen. Laut Ellen Unger vom Flächenmanagement der Stadt wird es im März zunächst einen Workshop mit Einzelhändlern und Gewerbetreibenden geben. Im April werden die Anwohner im betroffenen Innenstadtbereich gehört. Pendler und Umlandgemeinden sollen über eine Online-Plattform mit eingebunden werden. „Wir wollen keine Lösungen vorsetzen, sondern gemeinsam erarbeiten“, betont Jens Rümenapp. Das Konzept solle bis Ende 2018 stehen. Ab 2019 könnte dann schrittweise mit der Umsetzung begonnen werden – wenn die Politik das Vorhaben abgesegnet hat.

Ordnung schaffen: Für die Dauerparker, für die Kurzzeitparker und vor allem auch für die Bewohner. Das kann laut Stadt durch ganz unterschiedliche Maßnahmen geschehen, durch zeitliches begrenztes Parken, durch eine Gebührenpflicht und durch Schaffung von Anwohnerparkplätzen, die es so bisher in Elmshorn noch nicht gibt. Unger kann sich vorstellen, verschiedene Parkzonen einzurichten.

Anwohnerparkplätze als eine Option

Parkplatz-Druck erzeugen vor allem die Bahnpendler, hier insbesondere die auswärtigen. Laut Gutachten werden 57 Prozent der Stellplätze von ihnen belegt. Entlastung soll ein neues Parkhaus direkt am Bahnhof bringen. „Das kann wirtschaftlich aber nur funktionieren, wenn es keine kostenlosen Stellplätze mehr im Umfeld gibt“, sagt Hatje. Rümenapp vertritt die Auffassung, dass ein Parkhaus in Zukunft kostengünstiger sein muss, als die Stellflächen im Straßenraum.

Fakt ist: Wer bereit ist, für seinen Parkplatz zu zahlen, hat auch heute schon keine Schwierigkeiten, einen Stellplatz zu finden. Insgesamt stehen zurzeit 2545 Plätze zur Verfügung. Einzig die Kapazität für Langzeit- und Dauerparker ist ausgeschöpft. Ein von allen akzeptiertes Parkraumkonzept für die City: Die Stadt steht – mal wieder – vor einer Mammutaufgabe.

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