Öffentliche Flatrate-Feier? : Elmshorn verbietet Facebook-Party zum 30. Geburtstag

Bo Hansen wollte groß in einer Elmshorner Disco feiern - daraus wird nichts.
Bo Hansen wollte groß in einer Elmshorner Disco feiern - daraus wird nichts.

Bo Hansen aus Elmshorn muss die Party zu seinem 30. Geburtstag absagen. Die Stadt verbietet die Feier - weil er über Facebook eingeladen hatte.

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09. November 2013, 11:00 Uhr

Elmshorn | Bo Hansen ist sauer: Der Elmshorner Schauspieler wollte heute seinen 30. Geburtstag feiern. Er hatte die Diskothek Lights gemietet und Freunde und Bekannte eingeladen. Doch aus der Feier wird nichts. Die Stadt hat sie untersagt. Unter anderem aus Gründen des Jugendschutzes. Hansen versteht die Welt nicht mehr. Die Stadt fühlt sich im Recht.

Statt seine Party vorzubereiten, musste Hansen gestern seinen Freunden mitteilen, dass aus der Sause nichts wird: „Das war sehr ärgerlich, alle hatten sich darauf gefreut.“ Maximal 200 Leute sollten kommen, rund 170 hatten bereits zugesagt.

Knackpunkt ist die Einladung per sozialem Netzwerk Facebook. Diese Einladung wurde der Stadt zugesandt. Aufgrund der Art der Einladung wäre es keine private, sondern eine öffentliche Veranstaltung geworden, so Martina Sözen vom zuständigen Amt für Bürgerbelange der Stadtverwaltung. Es seien sogar 15 Euro Eintritt erhoben worden. „Und wenn es keine Privatveranstaltung ist, gibt es klare gesetzliche Vorgaben in Sachen Jugendschutz, gerade im Zusammenhang mit Alkohol“, sagt Sözen. Schließlich sei sogar von einer „Flatrate-Party“ die Rede gewesen.

Hansen kann das nicht nachvollziehen: „Hätte ich eine kommerzielle Party machen wollen, hätte ich mit Plakaten und Flyern geworben. Damit kenne ich mich aus.“ Er habe lediglich einige Bekannte gebeten, sich statt eines Geburtstagsgeschenks mit 15 Euro an den Kosten für die Feier zu beteiligen. Zudem habe er zwei Sicherheitskräfte engagiert. „Die hätten sowieso niemanden reingelassen, der noch keine 18 Jahre alt ist“, sagt er. Die hätte nicht zu den anderen Gästen gepasst.

„Hätte er sich zwei Wochen vorher an uns gewandt, hätten wir sicher eine Lösung gefunden. So mussten wir handeln“, sagt Sözen.

Angemeldet hatte Hansen die Party nicht bei der Stadt. „Schließlich war das eine rein private Veranstaltung, seit wann muss man die anmelden?“ fragt er. Es würde ja auch niemand eine Hochzeit anmelden, bei der 200 Gäste kommen. „Das ist alles sehr schade. Am Anfang war ich sauer, jetzt bin ich nur noch traurig“, sagt er.  

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