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Elmshorner Nachrichten

18. Oktober 2017 | 23:01 Uhr

Mit Video : Elmshorn singt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

450 Menschen bilden gemeinsam einen Chor. Für das Konzert zum Mitsingen gibt es heute noch Restkarten.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2017 | 23:00 Uhr

„Ihr könnt nichts verkehrt machen – singt einfach nur mit“. Vom ersten Moment an, in dem Niels Schröder auf der Bühne steht, hat er seinen Chor in seinen Bann gezogen. Und dieser Chor ist riesig: 450 Elmshorner – hauptsächlich weiblich, aber vom Alter her bunt gemischt – stehen in den Rängen des Saalbaus und schmettern aus voller Kehlte: „Wake me up before you go-go“.

 

Das Gesangs-Event „Elmshorn singt“ findet an diesem Donnerstagabend zum dritten Mal statt – und zum dritten Mal musste Niels Schröder einen Zusatztermin anbieten, weil der erste Termin so schnell ausverkauft war. Deshalb werden sich auch heute Abend wieder 450 Singbegeisterte im Saal der Waldorfschule versammeln. „Ich finde es großartig, dass sich Elmshorn vom Spaß am Singen anstecken lässt und wir Elmshorner checken, dass wir singen dürfen“, sagt Schröder.

Wenn der 34-Jährige spricht, funkeln seine Augen vor Begeisterung. „Singen machst du ja sonst nur, wenn du bei einer Casting-Show antrittst oder im Chor singst und richtig gut singen kannst. Aber Elmshorn singt bietet für jeden die Möglichkeit, geborgen zwischen vielen anderen gemeinsam singen zu gehen.“ Das merkt man dem Publikum an. Schüchtern ist hier niemand, die Leute haben Spaß an den bekannten Hits von früher und heute. Niels Schröder dirigiert von der Bühne aus in seiner charmanten Art, gestikuliert, läuft, springt, singt – und sein Chor lässt sich mitreißen.

„Mein Job vorne ist so schön“, sagt Schröder. „Ich darf mir aussuchen, welche Lieder gesungen werden – und ich höre vor allem auch alle und kann alles zusammenhalten.“ Letztlich bewege aber nicht seine Person, sondern der „Sound des Chores“ die Menschen: „Du holst tief Luft, deine Nachbarn holen auch tief Luft – und es kommt ein Wahnsinns-Klang heraus. Davon lebt das Ganze.“

Schröder ist Elmshorner – und angefangen hat alles ebenfalls in Elmshorn. Eine Schulfreundin erzählte ihm von einem Chor in Stockholm – wo sie mit 600 Leuten zusammen gesungen habe. „Und in dem Moment hat es bei mir Klick gemacht“, sagt Schröder. „So etwas geht – und es geht ganz leicht. Man muss den Leuten nur klar machen, dass man nicht besonders gut singen können muss, um hier mitzumachen. So etwas fehlte einfach hier in Deutschland.“

Seit vier Jahren läuft das Projekt in Hamburg wöchentlich – jedes Mal mit ein paar hundert Sängern. Niels Schröder und sein Bruder Sören können mittlerweile davon leben, Musiker und Chorleiter zu sein. Und dann kam die Idee mit „der Norden singt“. Nicht nur in Elmshorn, sondern auch in Lüneburg, Lübeck und Rendsburg trifft sich jetzt regelmäßig ein riesiger Chor zum Singen. Demnächst geht es in Kiel weiter. Schröder: „Von mir aus können am Ende alle Menschen zusammen singen. Denn das verbindet wahnsinnig. Aus einem Ich wird für eineinhalb Stunden ein Wir.“

Niels Schröder hat schon in der Grundschule angefangen, Musik zu machen. „Meine Familie ist sehr musikalisch. Irgendwann hat mir einfach jemand ein paar Klanghölzer und ein Keyboard in die Hand gedrückt.“ Später studierte er in Hamburg Musik mit dem Schwerpunkt Klavier und Chorleitung. „Mein Bruder und ich leben davon, mit Menschen gemeinsam Musik zu machen. Von so einem Abend nimmt man dann auch wahnsinnig viel mit nach Hause.“

Das scheint auch dem Publikum so zu gehen. Nach einem langen Abschluss-Applaus bildet sich eine Schlange am Kartenvorverkauf – die Leute wollen sichergehen, auch das nächste Mal dabei zu sein.

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