Stadt investiert 836.000 Euro : Elmshorn saniert die Weiße Villa

Gaben den Startschuss für die Arbeiten: Architekt Johann Sievers, Rita Schliemann (Leiterin Kulturamt), Claudia Baumann (Kulturamt) und Bürgermeister Volker Hatje.
Gaben den Startschuss für die Arbeiten: Architekt Johann Sievers, Rita Schliemann (Leiterin Kulturamt), Claudia Baumann (Kulturamt) und Bürgermeister Volker Hatje.

Arbeiten an dem Gebäude bis Ende September. Die Ämter ziehen um, das Stadtarchiv bleibt aber geöffnet.

shz.de von
29. Mai 2018, 12:00 Uhr

Elmshorn | Das Bauschild steht, alle Arbeiten sind ausgeschrieben: Die Renovierung von Dach, Fenstern und Fassade der Weißen Villa an der Schulstraße beginnt in der kommenden Woche. Bis Ende September soll die Schönheitskur für das denkmalgeschützte Lieblingsgebäude der Elmshorner dauern.

Eigentlich sollte es schon vor einem Jahr losgehen, doch Diskussionen um einen barrierefreien Zugang zum Haus verzögerten den Beginn der Sanierung. Eine Rampe für behinderte wird es vorerst nicht geben, doch die Villa bekommt ein umfassendes Facelifting – „Endlich“ wie der Elmshorner Bürgermeister Volker Hatje am Montag bei der Vorstellung der Baumaßnahmen sagte. Hatje ist Chef der Stiftung zur Erhaltung von Kulturdenkmalen in Elmshorn, der das Haus gehört.

Fassadenfarbe muss abgebeizt werden

Nach dem Aufbau des Gerüstes in den kommenden Tagen kümmern sich Arbeiter zunächst um die alte Farbe auf der Fassade. „Der sogenannte geschlossene und nicht atmungsaktive Anstrich muss abgebeizt werden“, sagte Johann Sievers vom Lübecker Büro Riemann Gesellschaft für Architekten, das die Planung und Bauleitung übernommen hat. Sobald der Anstrich, der vermutlich aus den 1970er Jahren stammt, entfernt worden ist, sei klar, wie reparaturbedürftig die Stuckelemente sind, so Sievers. Sind die Schäden ausgebessert, bekommt das Gebäude einen neuen Anstrich – natürlich in weiß.

Gehört für viele Elmshorner  einfach zusammen: Die Weiße Villa und der prächtige Magnolienbaum an der Schulstraße.
Cornelia Sprenger

Gehört für viele Elmshorner  einfach zusammen: Die Weiße Villa und der prächtige Magnolienbaum an der Schulstraße.

 

Umfangreich werden auch die Fenster der Villa an der Schulstraße saniert. Und auch das Dach wird in Angriff genommen. Holzschalung und Schieferdeckung werden erneuert. Darüber hinaus bekommen die Wände der Villa eine neue Dämmung.

Ursprungszustand soll hergestellt werden

Für viel Licht im Gebäude sorgt zukünftig ein großes zentrales Oberlicht im Dach. „Damit stellen wir den ursprünglichen Zustand wieder her“, sagte Rita Schliemann. Die Leiterin des Kulturamtes betreut das Projekt mit ihrem Team für die Stadt. Um das Dachfenster einzubauen, muss zunächst eine Zwischendecke entfernt werden.Unberührt bleiben die historischen Wandmalereien im Obergeschoss des mehrere hundert Quadratmeter großen Hauses. Für die Restaurierung der Bilder ist zurzeit kein Geld da.

Und was kostet das Vorhaben? Um das architektonische Schmuckstück in der City wieder in vollem Glanz erstrahlen zu lassen, investiert die Stadt über die Stiftung insgesamt 836.000 Euro.

Nachdem Ausbau der Schulstraße in den Jahren 1871–1876, errichtet der Arzt Dr. Newton Arfsten 1894 das repräsentative Gebäude, das die Elmshorner heute als Weiße Villa kennen. Der Bau wurde im Stil der Neurenaissance ausgeführt, einer damals beim Großbürgertum beliebten Spielart des Historismus. Um Platz für einen Vorgarten zu schaffen, wurde das Gebäude aus der Fluchtlinie der übrigen Häuser herausgenommen, die direkt an der Straße standen. Heute beherbergt das Haus Ämter der Stadtverwaltung – unter anderem Standesamt und Stadtarchiv. Im Erdgeschoss ist das bei Brautpaaren beliebte Trauzimmer zu finden. Die Villa ist seit 1987 Eigentum der Stiftung zur Erhaltung von Kulturdenkmalen in Elmshorn. Beliebtes Fotomotiv für viele Elmshorner ist der blühende Magnolienbaum im Vorgarten. Er ist als Naturdenkmal geschützt.

Wer plant, in den kommenden Monaten im Trauzimmer der Villa zu heiraten, muss sich nach einer Alternative umsehen. Für den Zeitraum der Renovierung gibt es dort keine Trauungen. Auch das Standesamt und das Amt für Kinder, Jugend, Schule und Sport ziehen für einige Monate in die Stadtbücherei und ins Rathaus um. Wichtig für die Bürger: Die Telefonnummern bleiben gleich. Das Stadtarchiv im Untergeschoss ist weiterhin geöffnet, aber bis September über den Hintereingang erreichbar. Und: Der Magnolienbaum vor der Villa soll während der Sanierung auf keinen Fall leiden, er ist schließlich ein Naturdenkmal.

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