Jahresrückblick 2017 : Elmshorn leuchtet für Toleranz

Eindrucksvoll: Die Elmshorner zeigen, dass es in ihrer Stadt keinen Platz für Rassismus gibt.
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Eindrucksvoll: Die Elmshorner zeigten, dass es in ihrer Stadt keinen Platz für Rassismus gibt.

Die Stadt setzte am 6. Dezember ein weithin sichtbares Zeichen gegen Fremdenhass. 1500 Menschen folgten dem Aufruf der Elmshorner Nachrichten.

shz.de von
27. Dezember 2017, 17:00 Uhr

Elmshorn | Auf dem Alten Markt in Elmshorn leuchten am 6. Dezember um 18.02 Uhr die Taschenlampen, die Kerzen und die Handys. Der Chor der Elsa-Brändström-Schule stimmt auf der Bühne den Song „Imagine“ von John Lennon an. Der Höhepunkt der Kundgebung, zu der die Elmshorner Nachrichten (EN) unter dem Motto „Elmshorn leuchtet für Toleranz“ aufgerufen hat. 1500 Menschen strömen an diesem Abend in die Innenstadt und setzen ein weithin sichtbares Zeichen gegen Fremdenhass, für ein friedliches Miteinander der unterschiedlichen Kulturen und Religionen.

Propst Thomas Bergemann findet klare Worte: „Wir Christen stehen Hand in Hand mit allen Menschen guten Willens, festgefügt, um auf diesem Markt für das Licht und gegen die Finsternis den Mund aufzumachen. Wir lassen uns nicht einschüchtern von jenen Schreihälsen. Nicht in Elmshorn, nicht in Schleswig-Holstein, nirgends. Wir sind die große Mehrheit.“

Hintergrund der EN-Kundgebung ist die Facebook-Attacke der ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach auf den Elmshorner Lichtermarkt und den farbigen Engel, der auf den Plakaten Werbung für den Elmshorner Weihnachtsmarkt macht. Hass und Hetze: Steinbach tritt damit eine ausländerfeindliche Lawine in den sozialen Netzwerken los. Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje – er hatte den Steinbach-Angriff in aller Deutlichkeit zurückgewiesen – erhielt sogar Morddrohungen. Die EN-Aktion für Toleranz wird von allen gesellschaftlichen Gruppen unterstützt. Die Menschen zeigen eindrucksvoll, dass es in ihrer Stadt keinen Platz für Rassismus gibt.

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