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Elmshorn Land: Verwaltung sauer auf Gemeindeprüfer

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erstellt am 11.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Raa Besenbek | Zum letzten Mal tagte der Amtsausschuss des Amtes Elmshorn-Land vor den Kommunalwahlen im Mai 2013 im Fährhaus Spiekerhörn in Raa-Besenbek. Das nahm Kölln-Reisieks Bürgermeisterin Karin Röder (SPD) zum Anlass, um sich für die gute Zusammenarbeit sowohl mit der Amtsverwaltung als auch mit den Ausschussmitgliedern zu bedanken.

"Wir haben scheinbar kleine Probleme aufgelöst und die kurzen Wege zwischen den Bürgermeistern des Amtsbezirks zum Wohl unserer Mitbürger genutzt", so Röder und bedankte sich besonders bei Amtsvorsteher Thorsten Rockel, der Kölln-Reisiek schnell und unkonventionell unterstützte, als dort ein Gemeindearbeiter fehlte. "Er hat uns ein Stück von seinem Seestermüher Gemeindearbeiter abgegeben", erklärte sie schmunzelnd.

Das Lob der Kölln-Reisieker Bürgermeisterin spiegelte den folgenden Tagesordnungspunkt allerdings nicht so ganz wider. Das Gemeindeprüfungsamt des Kreises Pinneberg hatte die Haushaltsjahre 2007 bis 2010 von allen amtsangehörigen Gemeinden und der Verwaltung überprüft. Das Gemeindeprüfungsamt des Kreises Pinneberg bescheinigte in seinem Bericht der Amtsverwaltung und den Gemeinden, dass sie die geltenden Gesetze eingehalten haben und die Amtskasse die Geschäfte ordnungsgemäß abgewickelt hat. Ein weiteres Ergebnis der Überprüfung: Die effiziente Arbeit der Amtsverwaltung sei nur der guten Finanzkraft der amtsangehörigen Gemeinden zu verdanken.

Diese Aussage trieb nicht nur dem leitenden Verwaltungsbeamten Roland Reugels die Zornesröte ins Gesicht, sondern auch den anwesenden Bürgermeistern. "Wir haben ausgesprochen motivierte Mitarbeiter in der Amtsverwaltung. Die Umstrukturierungsmaßnahmen, die erfolgt sind, um die Arbeitsabläufe zu optimieren, haben sie trotz Mehrbelastung umgesetzt. Darüber hinaus haben unsere Mitarbeiter ein Auge auf die Kosten und suchen selbstständig nach Einsparpotenzial. Wir haben in den vergangenen Jahren 65 000 Euro gespart, nur an Sachmitteln. Wir haben die Tariferhöhungen und die damit um 178 000 Euro gestiegenen Personalkosten nicht an die Gemeinden weitergegeben", beschrieb Reugels die Situation in der Verwaltung und wies darauf hin, dass der Amtsumlagenbetrag in den vergangenen Jahren um insgesamt 15 Prozent reduziert werden konnte.

Besonders ärgerten sich Reugels und die Amtsausschussmitglieder, dass das Gemeindeprüfungsamt sehr wohl zur Kenntnis genommen hatte, dass die Amtsverwaltung Elmshorn-Land sehr wohl effektiv arbeitet, da die Amtsumlage zu den niedrigsten im Kreisgebiet zählt. "Was soll die Aussage, dass die Effizienz nur der Finanzkraft der Gemeinden zu verdanken ist. Das dient nicht der Motivation der Mitarbeiter", machte Reugels deutlich.

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