„Elmshorn ist eine Musikstadt“

Manuela Kase (von links), Dirk Moritz, Rene König, Paul Raab, Astrid Au, Gaby Köhling, Rupert Dintinger und die Schüler aus der Violinengruppe der Grundschule Hafenstraße freuen sich, dass mit dem Geld aus dem Verkaufserlös der Weihnachts-CD das Musikangebot an Schulen gestärkt wird.
Manuela Kase (von links), Dirk Moritz, Rene König, Paul Raab, Astrid Au, Gaby Köhling, Rupert Dintinger und die Schüler aus der Violinengruppe der Grundschule Hafenstraße freuen sich, dass mit dem Geld aus dem Verkaufserlös der Weihnachts-CD das Musikangebot an Schulen gestärkt wird.

Bildung 12 000 Euro sind beim Verkauf der Weihnachts-CD zusammengekommen / Erlös wird gespendet für Musik an Grundschulen

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06. April 2017, 16:00 Uhr

„Geh, du alter Esel“, murmeln die sieben Grundschüler sich zu, aber gezankt wird hier nicht. Was nach einer eher groben Rüpelhaftigkeit klingt, stellt sich schnell als sinnvoller Merksatz heraus, denn jedes der Kinder hält eine Violine in der Hand und sagt mit „Geh du alter Esel“ die Saitennamen in der richtigen Reihenfolge auf, die nun nacheinander gespielt werden.

Musikalische Früherziehung, wie sie hier an der Grundschule Hafenstraße stattfinden kann, ist nicht selbstverständlich. Oft fehlt das Personal oder die Ausstattung. In Elmshorn hat sich die Arbeitsgruppe rund um die Weihnachts-CD diesem Thema angenommen. Das Projekt wurde von der Initiative Elmshorn in Zusammenarbeit mit der Stadt organisiert. Zwei CDs, auf denen Musikgruppen aus der Stadt zu hören waren, sind bislang realisiert worden. Nun hat die Initiative Elmshorn den Erlös aus dem Verkauf der zweiten CD an die Stadt weitergegeben. 12  000 Euro sind zusammengekommen. „Der Erlös geht komplett in die musikalische Früherziehung an den Elmshorner Grundschulen“, sagt Paul Raab, Vorstand der Initiative. Bezahlt werden sollen Instrumente und Pädagogen für die Nachmittagsangebote an Grundschulen. „Elmshorn ist eine Musikstadt“, sagt Raab. Zahlreiche Chöre und Musikgruppen gebe es in der Stadt – und die brauchen Nachwuchs.

„Es gibt bei Kindern zwei Dinge, die sie losgelöst vom sozialen und kulturellen Hintergrund zusammenschweißt: Das sind Sport und Musik“, erklärt Stadtrat Dirk Moritz. Auch Gaby Köhling, Schulleiterin der Grundschule Hafenstraße, hält Musik für einen wichtigen Bestandteil pädagogischer Arbeit – der jedoch im regulären Unterricht vormittags für viele Grundschulen aus verschiedenen Gründen nur wenig stattfinden kann. „Deshalb freuen wir uns besonders, hier im Nachmittagsbereich etwas anbieten zu können, das eigentlich am Vormittag stattfinden sollte.“

Konkret wird an ihrer Schule, organisiert vom Schulverein Klostersande, ein offenes Musikangebot und ein Violinenkursus angeboten. Dafür wurden Instrumente angeschafft und Personal beauftragt. Knapp 20 Kinder hatten sich für die Violinengruppe angemeldet, erzählt der Musikpädagoge Rupert Dintinger, der eigentlich nur sieben Plätze zu vergeben hatte. Nun leitet er zwei Gruppen. Der Bedarf sei da, sagt Dintinger und erklärt: „Wenn man bei den Kindern in den Klassen nachfragt, dann spielt eigentlich keiner von ihnen privat ein Instrument.“

Nun werden die Gelder aus dem Verkauf der zweiten CD verteilt. Eine dritte Auflage ist zurzeit nicht geplant. Endgültig beendet ist das Projekt aber noch nicht, wie Raab von der Initiative berichtet: „Wenn wir sehen, dass das Projekt wieder Geld braucht, machen wir eine neue CD.“

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