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„Fairtrade-Town“ : Elmshorn ist auf der Zielgeraden

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Fast alle Kriterien für Titel „Fairtrade-Town“ sind inzwischen erfüllt. Aktion auf dem Alten Markt am Sonnabend.

Elmshorn | Ein Fabrikeinsturz in einer völlig maroden Textilfabrik in Bangladesh, der über 1100 Menschen das Leben kostet. Kindersklaven auf Kakao-Plantagen an der Elfenbeinküste. Lebensgefährliches Schuften zu Hungerlöhnen in Minen im Ost-Kongo, beim Coltan-Abbau für Handys. Ein Gegenmodell ist der Faire Handel, der für eine gerechte Entlohnung in den Entwicklungsländern und verlässliche, partnerschaftliche Handelsbeziehungen steht. Um Fairtrade noch mehr ins Bewusstsein der Menschen zu bringen, wurde im Jahr 2000 die internationale Kampagne „Fair-Trade-Towns“ gestartet. In 25 Ländern beteiligen sich weltweit inzwischen 2200 Kommunen an der Aktion. Auch Elmshorn will bald den Titel tragen. Noch sind allerdings nicht alle Kriterien erfüllt.

Die Elmshorner Kommunalpolitik hat bereits vor einem Jahr mit einer einstimmigen Entscheidung grünes Licht für die Bewerbung um den Titel „Fairtrade-Town“ gegeben. Inzwischen konnten fast alle Kriterien erfüllt werden. „Es hapert aber noch an den Gastronomie-Betrieben, die nicht richtig mitziehen“, berichtet Albert Röhl. Der Betreiber des Weltladen TOP 21 in Elmshorn treibt gemeinsam mit Vertretern von BUND, ver.di, Frauenwerk und der Ökumene-Stelle des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf sowie verschiedenen Einzelpersonen das Vorhaben in Elmshorn voran. Mindestens fünf Restaurants, Cafés, Kantinen, Mensen oder Kioske müssen mitmachen. „Sie müssen mindestens zwei verschiedene Fairtrade-Produkte anbieten – zur Auswahl stehen Kaffee oder Tee, Säfte, Gebäck, faire Limos, Zucker und anderes“, sagt Röhl. Wer dabei sein will, kann sich im Weltladen, Holstenstraße 19, informieren, Telefon 04121-8989762.

Mit der Einrichtung einer Steuerungsgruppe ist nach dem positiven Signal der Politik das zweite Kriterium erfüllt worden. Gut erfüllt ist auch die dritte Anforderung: Bei der Einwohnerzahl von Elmshorn müssen in mindestens zehn Geschäften jeweils mindestens zwei verschiedene Fairtrade-Produkte angeboten werden. „Bislang sind es schon fast 20“, betont Röhl. Auch öffentliche Einrichtungen, so ein weiteres Kriterium der „Fairtrade-Town“-Kampagne, beteiligen sich bereits. Die Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule (KGSE), das Frauenwerk des Kirchenkreises, TOP 21 als Verein, die Gewerkschaft ver.di und die Volkshochschule Elmshorn sind dabei.

Um fair gehandelten Kaffee mehr in den Fokus zu rücken, lädt die Steuerungsgruppe Fairtrade-Town Elmshorn für den morgigen Sonnabend von 10.30 bis 12.30 Uhr zu einer Verkostung auf dem Alten Markt ein, nahe der Stadtbücherei. „Probiert werden können verschiedene Fair-Kaffees. Dazu gibt es Infos zum Fairen Handel, zu Produkten und zur Kampagne“, erläutert Röhl.

Die Steuerungsgruppe hofft, dass bald alle Kritierien erfüllt sind und sich Elmshorn in die Riege der bisher 343 „fairen Kommunen“ in Deutschland einreiht. In Schleswig-Holstein sind es mittlerweile 13 Kommunen: Lübeck, Kiel, Heide, Meldorf, Kellinghusen, Kaltenkirchen, Norderstedt, Eutin, Neustadt-Bornstein, die Gemeinde Blunk, Eckernförde, Bad Oldesloe. Anfang Juli kam Rendsburg dazu.

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erstellt am 07.Aug.2015 | 10:00 Uhr

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