Grauer Esel : „Elmshorn gemeinsam stärken“

Wollen mit der Innenstadt kooperieren: Ralf Götzenberger (v. l.), Rainer Hell und Sven Breuß von der Wirtschaftsgemeinschaft Grauer Esel.
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Wollen mit der Innenstadt kooperieren: Ralf Götzenberger (v. l.), Rainer Hell und Sven Breuß von der Wirtschaftsgemeinschaft Grauer Esel.

Die Wirtschaftsgemeinschaft Grauer Esel wehrt sich gegen Kritik. Händler wollen den Kontakt mit den Innenstadt-Kaufleuten intensivieren.

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12. Juni 2014, 16:15 Uhr

Elmshorn | Für viele sind sie die Buhmänner – die Händler vom Grauen Esel. Ob Innenstadtkaufleute oder Vertreter der Industrie- und Handelskammer, sie nutzen viele Gelegenheiten, um Kritik an der Grünen Wiese zu äußern. Erst im März dieses Jahres übte der inzwischen ausgeschiedene Hauptgeschäftsführer der IHK zu Kiel, Jörn Biel, am Rande des Merkur-Treffs in Elmshorn scharfe Kritik an den Einzelhandelsflächen am Rande der Stadt. Auf lange Sicht würden die Grünen Wiesen den Tod für die Innenstädte bedeuten. „Städte wie Elmshorn dürfen sich nicht länger von Investoren erpressen lassen“, betonte der IHK-Hauptgeschäftsführer damals mit Blick auf die Media-Markt-Ansiedlung in Elmshorn.

Die Händler vom Grauen Esel fühlen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. „Wir sind nicht für die Probleme der Innenstadt verantwortlich. Mit unserem Angebot locken wir Menschen aus der gesamten Region nach Elmshorn – jeder unserer Kunden ist auch ein potenzieller Kunde für die Innenstadt“, betont Ralf Götzenberger, Vorsitzender der Wirtschaftsgemeinschaft Grauer Esel. „Elmshorn sollte stolz sein, dass es die attraktivste Grüne Wiese an der A23 hat.“

Götzenberger und seinen Vorstandskollegen Sven Breuß und Rainer Hell ist daran gelegen, den Kontakt zu den Kollegen der Innenstadt zu intensivieren. „Wir können und müssen besser zusammenarbeiten“, sagt Götzenberger. „Statt Kritik zu äußern, sollten uns die Kaufleute sagen, was wir für sie tun können. Allerdings: Unsere Geschäfte zu schließen, ist keine Option.“ Die Wirtschaftsgemeinschaft, der 32 Unternehmen angehören, will Kontakt mit den Innenstadt-Kaufleuten aufnehmen. „Auch wir profitieren von einer starken Innenstadt. Wir hoffen, dass wir gemeinsam den Standort Elmshorn stärken können“, so der Vorsitzende.

Nicht nur die Innenstadt hat mit Leerstand zu kämpfen, auch am Grauen Esel gibt es freie Flächen. „Ich denke zum Beispiel an den ehemaligen ProMarkt und den Leerstand rund ums Kino“, erläutert Götzenberger. Ziel der Wirtschaftsgemeinschaft sei daher die Erhöhung der Attraktivität als Standort für Unternehmen und die Steigerung des Bekanntheitsgrades des Stadtteils sowie aller Unternehmen.

Eine weitere Ausweitung der Einzelhandelsflächen am Grauen Esel wird es aber nicht geben. Die Media-Markt-Ansiedlung soll die letzte Ausnahme vom Einzelhandelskonzept der Stadt gewesen sein, darin sind sich führende Politiker und die Spitze der Stadtverwaltung einig. Ein Blick auf die Entwicklung des Handels in Elmshorn macht die Gründe für diese Haltung deutlich. Von 2001 bis 2010 hat die Innenstadt 10,5 Prozentpunkte am Marktanteil in Elmshorn verloren. Der Graue Esel legte im selben Zeitraum um 15,6 Prozentpunkte auf 40,3 Prozent zu. Deutlicher wird es noch beim Blick auf die Verschiebung bei den Einzelhandelsflächen. Hier verlor die Innenstadt zwischen 2001 und 2010 rund ein Viertel der Fläche. Die Quadratmeterzahl sackte von 38.000 auf 28.310 ab. Am Grauen Esel explodierte im selben Zeitraum die Fläche geradezu um 142 Prozent von 35.600 auf dann 86 150 Quadratmeter. Das Umsatzpotenzial wuchs dort von 94 auf 161,9 Millionen Euro im Jahr. In der City schrumpfte es von 124,2 auf 88,8 Millionen Euro. Die Zahlen stammen aus dem Einzelhandelskonzept der Stadt. Aktuellere Werte gibt es nicht.

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