Schnee : Elmshorn ganz in Weiß

Auch die Gehwege wurden freigeschaufelt.
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Auch die Gehwege wurden freigeschaufelt.

Der heftige Schneefall stürzte ganz Elmshorn gestern in den Ausnahmezustand. Autofahrer fuhren im Schneckentempo, Lkw blieben stecken. Für Kinder war die weiße Pracht dagegen ein einziger großer Spaß.

shz.de von
19. Januar 2018, 12:00 Uhr

Elmshorn | Donnerstag um 13.35 Uhr: Der heftige Schneefall hat ein bisschen nachgelassen. Doch die Straßen sind zum Teil immer noch spiegelglatt. Als „gruselig“ beschreibt Joachim Schick die Lage. „Das war zu viel in zu kurzer Zeit“, sagt der Mitarbeiter des Elmshorner Betriebshofes. Mit seinem Kollegen Anil Dunan ist er am Wedenkamp im Einsatz. Wieder ein Lastwagen, der die kleine Steigung in Richtung Westerstraße nicht schafft und liegen bleibt. Der Verkehr stockt. „Mit Gefühl“, ruft Schick dem Fahrer zu und streut noch ein bisschen mehr Sand vor die Räder. Geschafft. Schon der dritte Lastwagen im Wedenkamp den das „Betriebshofs-Rettungsteam“ wieder zum Laufen bringt. Mit allem, was der Betriebshof aufzubieten hat, kämpfen die Mitarbeiter über Stunden gegen Schnee und Eis, während es bis in die frühen Nachmittagsstunden unablässig weiter schneit. Für 70 Straßenkilometer ist der Betriebshof im Elmshorner Stadtgebiet zuständig.

Schirme, Mützen, Schals, dicke Jacken und Handschuhe: Wer raus muss, schützt sich vor dem dichten Schneetreiben – und versucht, auf dem glatten Untergrund nicht die Balance zu verlieren. Radfahrer steigen ab und schieben. Autos schlittern im Schneckentempo durch die Stadt. Laut Polizei gibt es nur wenige Unfälle – nicht mehr als an einem schneefreien Donnerstag. Die Feuerwehr muss mehrfach ausrücken, weil Äste unter der Schneelast brechen.

Die schönen Seiten des Schnees genießen die Zwillingsschwestern Aliya und Emilia (5) auf dem großen Spielplatz im Liether Wald. Mit vereinten Kräften rollen sie eine riesige Schneekugel und sacken dabei mit jedem Schritt tief ein. Die beiden wollen mit ihren Eltern einen Schneemann bauen – größer als Papa soll er werden. Ein paar Meter weiter rasen Kinder mit ihren Schlitten den kleinen Hügel hinunter. Tatjana Fische beobachtet, wie ihre neunjährige Tochter Evelyn den einjährigen Maxim vor sich auf den Schlitten setzt und sich mit ganzer Kraft abstößt. „So ein Wetter muss man ausnutzen“, sagt die Elmshornerin. „Wir sind gleich nach der Schule losgefahren. Die Hausarbeiten können heute ausnahmsweise mal warten.“

Maike Bothmann aus Klein Nordende ist hier schon als Kind gerodelt. Jetzt gibt ihre dreijährige Tochter Emma ihr Bestes, ihren sechsjährigen Bruder Sven den Hügel herunterzuschieben, während der vor Vergnügen schreit. „Schlittenfahren im Liether Wald – das wollte ich meinen Kindern unbedingt zeigen“, sagt Bothmann. „Oft hat man ja nicht die Chance dazu.“ Etwas unwohl habe sie sich auf dem Hinweg im Wald aber schon gefühlt. „Durch die Schneelast brechen überall Äste herunter. Das war schon ein Risiko.“

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