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Elmshorner Nachrichten

21. Juli 2017 | 20:39 Uhr

Elmshorn erfindet Volkstrauertag neu

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Feierstunde Arbeitsgruppe mit Vertretern aller Konfessionen/ neues Programm

Starre Rituale, langweilige Reden, kaum Interesse in der Bevölkerung: Das Programm zum Volkstrauertag ist in Elmshorn mächtig in die Jahre gekommen. 2016 stand die angestaubte Zeremonie sogar kurz vor dem Aus. Schließlich gab es nach Protesten doch noch eine kleine Feierstunde. 2017 soll alles besser laufen. Eine Arbeitsgruppe kümmert sich um die Aufwertung des Gedenktags. Es gibt schon konkrete Ergebnisse.

Darauf, dass sich vieles ändern wird, weist bereits die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe hin. Neben Vertretern der Stadt und der Politik sind Mitglieder der katholischen Kirche, der evangelischen Kirche, der jüdischen Gemeinde und beider islamischer Gemeinden dabei. „Es ist meines Wissens das erste Mal, dass alle Konfessionen gemeinsam für städtische Belange an einem Tisch sitzen“, sagt Thorsten Mann-Raudies (SPD), Vorsitzender des Kulturausschusses und Leiter der Arbeitsgruppe. Einig seien sich alle Beteiligten, so der Sozialdemokrat, dass die Inhalte der neuen Feier zum Volkstrauertag niemanden ausgrenzen dürfen und aktuelle Entwicklungen mit einschließen müssen. Mann-Raudies: „Ganz wichtig ist, dass alle Opfer in das Gedenken mit eingeschlossen werden“.

Und so wird die Feier am 19. November 2017 nach jetzigen Stand aussehen: Beginnen soll das Programm auf dem alten Elmshorner Freihof am Mahnmal für die Zwangsarbeiter. Eine kurze Andacht ist dann auch am Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege vorgesehen. Kranzniederlegungen soll es nicht mehr geben. Die Kränze werden bereits am Mahnmal platziert sein. Auch das bislang von einem Trompeter vorgetragene Stück „Ich hatt einen Kameraden“ entfällt. Die althergebrachte musikalische Untermalung ist für die Arbeitsgruppe nicht mehr zeitgemäß.

Eine halbstündige Gedenkfeier mit Friedensgebeten und Orgelmusik ist in der Friedhofskapelle vorgesehen. Die Stiftskirche an der Ost-West-Brücke, bislang Ort der Gedenkfeiern, spielt in den Überlegungen der Arbeitsgruppe zurzeit keine Rolle mehr. Ein weiteres neues Element ist die Ausstellung „Schau mich an“ zum Thema Flucht und Migration. Sie soll begleitend zum Volkstrauertag im Rathaus zu sehen sein.

Seit 1952 ist der Volkstrauertag in Deutschland staatlicher Gedenktag zur Erinnerung an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft.

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erstellt am 29.Jun.2017 | 17:58 Uhr

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