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Elmshorn: Bomben bedrohen den Umbau der Innenstadt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Stadtverwaltung befürchtet Kostenexplosion wegen Kampfmittel-Untersuchung / Gespräche in Kiel geplant

shz.de von
erstellt am 16.Mär.2016 | 10:51 Uhr

Die Gefahr liegt im Boden. Jedenfalls möglicherweise. Es geht um Bomben und Kampfmittel, die die Alliierten im Zweiten Weltkrieg über Elmshorn abgeworfen haben. Nun werden sie erneut zum ernsten Problem für die Stadt. Denn bevor der geplante Umbau der Innenstadt in Angriff genommen werden kann, muss sicher sein, dass im Boden keine Kampfmittel liegen. Diese Untersuchungen kosten Geld. Viel Geld. Bezahlen muss das die Stadt. Es gibt keine Zuschüsse.

Eigentlich ging es im Ausschuss für Kommunale Dienstleister lediglich um einen Steg im Steindammpark. Doch schon da wurde deutlich, dass die Hinterlassenschaften des Weltkriegs die Stadt teuer zu stehen kommen. Bis zu 12  000 Euro muss für Untersuchungen ausgegeben werden, weil der Steindammpark Kampfmittelverdachtsfläche ist. Wegen eines Stegs. Bürgermeister Volker Hatje konnte seinen Ärger nicht verbergen. Der See sei vor 25 Jahren ausgebaggert und künstlich angelegt worden. Und jetzt werde dort eine Untersuchung verlangt. „Wenn das der Tenor für die Zukunft ist, dann bekommen wir große Probleme beim Innenstadtumbau. Das ist absolut frustrierend“, schimpfte er.

Seitdem in Kiel mehrere Bomben gefunden worden sind, werden die Vorgaben enger gefasst, so die Wahrnehmung in Elmshorn. Im Gegensatz zu anderen Städten hat Elmshorn das große Problem, dass hier viele Bomben abgeworfen wurden. Die gesamte Elmshorner Innenstadt ist als Folge der Bombardierung Kampfmittelverdachtsfläche, erläuterte Petra Langefeld, Leiterin des Flächenmanagements. Deshalb sind dort Bodenuntersuchungen vor Bauprojekten vorgeschrieben.

Am Südufer des Hafens, wo das Haus der Technik entsteht, wurden zwecks Suche nach Kampfmitteln Bohrungen bis in 1,50 Meter Tiefe vorgenommen. Diese aufwendige Untersuchung hat die Stadt rund 250  000 Euro gekostet. „Wenn wir das ganze Sanierungsgebiet so intensiv untersuchen müssen, wird das in die Millionen gehen“, sagte der Bürgermeister. Und das muss die Stadt aus eigenen Mitteln finanzieren. „Das wird bei jeder Baumaßnahme die Kosten erhöhen. Und zwar exorbitant“, sagt auch Langefeld.

Die Stadt will nun das Gespräch mit den Verantwortlichen in Kiel suchen. In Hamburg überwacht beispielsweise ein Kampfmittelexperte Bauarbeiten in Kampfmittelverdachtsgebieten, weiß Hatje. Diese pragmatische und günstigere Lösung kann er sich auch für Elmshorn vorstellen.

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