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Schlittschuhlaufen? : Eisdecke zum Betreten viel zu dünn

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Viele Flüsse und Seen mögen schon zum Schlittschuhlaufen einladen. Aber die Eisflächen tragen keinen Menschen. Am Elmshorner Steindammsee hat es die Feuerwehr getestet.

Elmshorn | Die weiße Pracht auf dem Steindammsee ist trügerisch: Sie verdeckt das noch viel zu dünne Eis, das für Menschen lebensgefährlich sein kann. Die Elmshorner Nachrichten und shz.de haben zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Elmshorn den Test gemacht - das Ergebnis ist ernüchternd: Nur rund zehn Zentimeter beträgt der Durchmesser der Eisdecke in Ufernähe. Das angekündigte Tauwetter in den nächsten Tagen erhöht das Risiko einzubrechen zudem um ein Vielfaches. Feuerwehr und auch DLRG warnen davor, das Eis zu betreten.

"Dafür ist das Eis aktuell viel zu dünn, es besteht Lebensgefahr", warnt Feuerwehrmann Norbert Huckfeldt. Sein Kamerad Philip Karlin hatte mit einer Axt nur wenige Schläge gebraucht, um das Eis zu durchbrechen. Rund 15 bis 20 Zentimeter muss der Durchmesser bei stehenden Gewässern betragen, bei fließenden Gewässern sollte die Eisdecke über 20 Zentimeter dick sein. "Die Feuerwehr gibt keine offizielle Freigabe für das Betreten des Eises - das machen die Ordnungsbehörden", berichtet Huckfeldt.

"Hört man ein Knacken, sofort runter vom Eis"

Wer selbst prüfen will, ob das Eis ihn trägt, sollte dabei vorsichtig vorgehen: "Man sollte mit seinem Fuß testen, ob es einen trägt - hört man ein Knacken, sofort runter vom Eis", rät Huckfeldt. Und was tun, wenn jemand eingebrochen ist? "Sofort den Notruf 112 wählen", sagt der Gerätewart der Elmshorner Feuerwehr. Wenn man Hilfsmittel wie Brett, Leiter oder Schlitten zur Verfügung hat, kann man sich damit vorsichtig an den Eingebrochenen heranrobben.
In der Krückaustadt kam es bisher nur selten zu Einbrüchen im Eis. "Vielleicht ein bis zwei Mal haben wir sowas in Elmshorn", berichtet der Gerätewart. Doch wenn es ernst wird, sind DLRG und Feuerwehr sofort zur Stelle.

"Schon fünf Minuten sind lebensbedrohlich"

Für denjenigen, der eingebrochen ist, zählt jede Sekunde: "Schon fünf Minuten im kalten Wasser sind lebensbedrohlich", sagt Huckfeldt. Besonders dünn ist das Eis vor allem unter Brücken oder an Stegen. Auch fließende Gewässer haben trügerische Stellen.
Die Feuerwehrmänner warnen davor, dass vor allem Kinder die Gefahr am Eis unterschätzen. Und tatsächlich: Kurz bevor die Feuerwehrleute das Eis testen wollen, betreten auf dem gegenüberliegenden Ufer des Steindammsees plötzlich Kinder das Ufer. Als sie die Feuerwehrmänner erblicken, verschwinden sie. "Auch am Ufer spielende Kinder sollte man als Erwachsener im Auge behalten", mahnt Huckfeldt.

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erstellt am 14.Dez.2012 | 11:13 Uhr

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