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Amt Horst-Herzhorn : Einwohnerversammlungen: Sicherheit durch Gemeinschaft

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Es sollen Flüchtlingsheime für rund 100 Menschen entstehen. Das Thema sorgte auch für großes Interesse an der vergangenen Einwohnerversammlungen.

shz.de von
erstellt am 17.Nov.2015 | 14:00 Uhr

Kiebitzreihe | Das Interesse an der derzeitigen Flüchtlingssituation ist im Amt Horst-Herzhorn riesengroß. Jetzt gab es hierzu Einwohnerversammlungen in Kiebitzreihe und Neuendorf, und Hunderte kamen, um sich über das Thema zu informieren und Fragen zu stellen.

Allein in der kleinen Gemeinde Neuendorf, in der zurzeit zwölf Asylsuchende untergebracht sind, bevölkerten über 100 Besucher das Gemeindehaus. Und auch in Kiebitzreihe sah es am letzten Donnerstag nicht anders aus. Der angedachte Veranstaltungsraum im Gemeindesaal erwies sich als viel zu klein. Kurzerhand zog man in die Sporthalle um, wo sich letztlich über 200 Einwohner auf den Sitzplätzen in der Halle und auf der Tribühne einfanden.

Mirko Meyer vom Amt Horst-Herzhorn informierte die Zuhörer zunächst über die Lage. Nach seiner Aussage seien derzeit 183 Flüchtlinge im Amt in über 40 angemieteten Wohnungen und Häusern untergebracht. „Nach den vorliegenden Zahlen des Landes und dem Verteilungsschlüssel rechnen wir aber damit, dass uns bis zu 340 Menschen zugewiesen werden und es wird immer schwieriger, angemessenen Wohnraum zu finden“, so Meyer. Aus diesem Grund haben sich die Gemeinden Horst und Kiebitzreihe entschieden, neue Flüchtlingsheime für insgesamt rund 100 Menschen zu bauen.

In Kiebitzreihe soll dies auf einem gemeindeeigenen Grundstück Ecke Birkenweg/Sandkamp geschehen. Bürgermeisterin Frauke Biehl erklärte, dass in dem Gebäude acht Wohneinheiten auf zwei Etagen in Massivbauweise mit einfachem Standard erstellt werden sollen. Zudem gibt es einen Hausmeisterraum und einen Gemeinschaftsraum. „Die 900  000 Euro Baukosten werden wir mit einem zinslosen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau finanzieren. Durch die Mieteinnahmen, die wir vom Amt erhalten, können wir die Tilgung dieses Kredites bezahlen und brauchen deshalb kein finanzielles Risiko eingehen", sagte die Bürgermeisterin. Die Baugenehmigung läge bereits vor und man rechne damit, dass bei guter Witterung das Flüchtlingsheim in wenigen Monaten in Betrieb genommen werden kann.

Bereits am vergangenen Freitag wurde eine Flüchtlingsfamilie in der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Schule untergebracht. Als Gäste waren auch die ehrenamtliche Flüchtlingsbeauftragte des Amtes, Marion Pagel, und drei bereits seit längerem hier lebende Flüchtlinge, die als Dolmetscher und Helfer tätig sind, anwesend.

Marion Pagel berichtete über die Hilfen, die derzeit angeboten werden. „Sprachkurse, Begleitung zu Arzt- und Behördengängen, Familienpatenschaften, gute Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen sind Beispiele, die Mut machen“, sagte sie. In Horst seien derzeit rund 50 Ehrenamtler im Einsatz, die sich um die Belange der Flüchtlinge kümmern.

„Jetzt geht es darum, auch in Kiebitzreihe eine Willkommenskultur für unsere neuen Mitbürger zu schaffen“, sagte Frauke Biehl. „Wir werden anfangen, hier ehrenamtlich etwas aufzubauen, so wie es auch schon in Horst geschehen ist. Wir werden keine Angst haben müssen, vor dem, was uns erwartet. Es wird sicherlich nicht alles reibungslos verlaufen, aber wir werden als Gemeinschaft im Ort durch diese neue Aufgabe gestärkt. Wir wollen für alle ein Gefühl der Sicherheit schaffen", so die Bürgermeisterin.

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