Elmshorn : Einstimmig für das „Kibek-Quartier“

Der Computer macht es möglich: So soll der Wohnkomplex von der Reichenstraße aus gesehen einmal gestaltet werden. Rechts der dreigeschossige Wohnblock, der auf dem Parkhaus aufgesetzt wird, links die zwei Mehrfamilienhäuser auf dem jetzigen Parkplatz. Die Wohnungen im Hochhaus erhalten Balkone, die bei Bedarf mit Glaselementen geschlossen werden können.
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Der Computer macht es möglich: So soll der Wohnkomplex von der Reichenstraße aus gesehen einmal gestaltet werden. Rechts der dreigeschossige Wohnblock, der auf dem Parkhaus aufgesetzt wird, links die zwei Mehrfamilienhäuser auf dem jetzigen Parkplatz. Die Wohnungen im Hochhaus erhalten Balkone, die bei Bedarf mit Glaselementen geschlossen werden können.

Elmshorner Politiker bringen Wohnungsbauprojekt weiter voran. Baubeginn soll Anfang 2015 sein. Pläne im Rathaus ausgelegt.

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30. Juli 2014, 10:00 Uhr

Elmshorn | Das erste große Bauprojekt im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen nimmt weiter Gestalt an. Während ihrer jüngsten Sitzung stimmten die Mitglieder des städtischen Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt dem Entwurf des Bebauungsplans Nummer 189 (ehemaliges Betriebsgelände der Firma Teppich Kibek) einstimmig zu. Die Pläne werden jetzt ausgelegt und die Öffentlichkeit beteiligt.

Das Elmshorner Wohnungsbauunternehmen Semmelhaack hatte das 1959 eingeweihte und immer noch das Stadtbild prägende Hochhaus sowie das fast einen Hektar große Areal zwischen Osterfeld, Rosenstraße und Reichenstraße von Kibek gekauft. Hier sollen 156 Wohnungen unterschiedlicher Größe (50 bis 105 Quadratmeter) entstehen. Insgesamt etwa 10.000 Quadratmeter Wohnfläche. Zum einen in dem seit 2006 leer stehenden- Gebäude, zum anderen in vier Neubauten drumherum.

Mehrfach hatten der Elmshorner Investor Theodor Semmelhaack und seine Architekten die Pläne nach eingehenden Debatten mit den Politikern verändert. Letztlich ist zum Beispiel das Problem der Stellplätze für Autos mit einem dreigeschossigen Parkhaus entlang der Reichenstraße und darüber liegenden Wohnungen gelöst worden. Auch der Vorschlag, die Dächer der zwei Mehrfamilienhäuser im Westen des Bereichs zu begrünen, ist in den Bebauungsplan eingegangen.

„Es ist nicht zu erwarten, dass es in irgendeiner Form noch Schwierigkeiten gibt“, meint der Vorsitzende des Ausschusses, Andreas Hahn (CDU). Das Unternehmen wolle „sehr zügig loslegen“ und das sei auch im Interesse der Stadt. Bereits in der Dezember-Sitzung solle das Kollegium den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan fassen, sodass mit den Bauarbeiten Anfang 2015 begonnen werden könnte. Auch Bürgermeister Volker Hatje (parteilos) geht davon aus, dass es Anfang 2015 mit dem Abriss der weißen Halle an der Reichenstraße und dem Entkernen des Hochhauses los geht.

Die Voraussetzungen für eine optimale Entsorgung von Regen- und Schmutzwasser werden gerade von der Stadtentwässerung Elmshorn geschaffen. Lediglich bei der Energieversorgung der Wohnkomplexe sind noch Fragen offen, die aber – so Hahn – nach der politischen Sommerpause geklärt werden sollen. Bislang ist an den Bau eines Blockheizkraftwerks gedacht.

Im Hochhaus wird es nach langen Diskussionen kein Café mit Panoramablick geben. Nicht nur die Mehrkosten, sondern vor allem die technischen Probleme (Brandschutz, weiterer Fahrstuhl) und der dann zu erwartende Publikumsverkehr in dem Wohnhaus selbst ließen den Bauherrn davon Abstand nehmen. Es werden aber im 15. Stockwerk zwei 105 Quadratmeter große Wohnungen mit Blick bis zur Elbe entstehen. Im Erdgeschoss wird zudem ein Treffpunkt für Mieter eingerichtet. Das gesamte Quartier soll – wie das ebenfalls von Semmelhaack gerade gebaute Wohnviertel beim ehemaligen Haus Elbmarsch am Sandberg – von einem Quartiersmanagement betreut werden.

Das unter Denkmalschutz stehende Hochhaus soll, so Architekt Ulli Schneider aus Braunschweig, „bis auf das Skelett“ rückgebaut werden, damit energetisch und technisch moderne Wohnungen entstehen können. Die Fassadenstruktur soll mit rötlichen Ziegeln das heutige Aussehen erhalten und „ein Highlight im Quartier und in Elmshorn“ werden. Vorgesehen sind im Hochhaus neben den beiden Penthousewohnungen weitere 61 Einheiten, davon 36 bis zu 75 Quadratmeter und 25 bis zu 60 Quadratmeter groß.

Auch bei den Neubauten sollen rötliche und helle Ziegel verwendet werden, die mit Putz-Flächen und „sehr großen Glasanteilen“ (Schneider) aufgelockert werden. „Ziegel ist das Material, das wir vorrangig benutzen“, so der planende Architekt zu den Ausschussmitgliedern. Die Planer wollen so an die Ziegeltradition in Elmshorn (Wasserturm, Museum, Markthalle, Kölln-Silo, Knechtsche Hallen und auch das Teppich-Hochhaus) anknüpfen.

Am Osterfeld entsteht ein Wohnriegel in Form eines Hockeyschlägers, entlang der Reichenstraße ein dreigeschossiges Parkhaus mit drei Wohnungsgeschossen darüber. Das Parkhaus wird vom Osterfeld aus erreicht. Zusammen mit dem ehemaligen Teppich-Hochhaus bilden die Gebäude einen Innenhof.

Die beiden kleineren Wohnblocks westlich des Hochhauses erhalten fünf und vier Geschosse. Zwischen den beiden Einheiten sind 14 Stellplätze vorgesehen, weitere an der Rosenstraße. Drei Wohnungen will das Unternehmen Semmelhaack, das bundesweit etwa 15.000 Wohnungen betreut, rollstuhlgerecht ausbauen.

Der Entwurf des Bebauungsplanes 189 („Kibek-Quartier“) ist noch bis zum 15. August im Elmshorner Rathaus, Schulstraße 15-17, Zimmer 312-314, einsehbar. Öffnungszeiten: Montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 17 Uhr. Die Unterlagen sind auch im Internet unter wwww.elmshorn.de unter „Rathaus & Politik“ unter „Bekanntmachungen“ einzusehen.
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