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Elmshorner Nachrichten

14. Dezember 2017 | 16:22 Uhr

Einfach nicht satt sein können!

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2013 | 00:33 Uhr

Wovon träumt der Elmshorner? Von der Regionalliga, von einem neuen Rathaus, davon in einer richtigen Stadt zu wohnen? Nein, der Elmshorner träumt davon, sich ohne jegliches Sättigungsgefühl auf dem Hafenfest einmal von vorne bis hinten durchfressen zu können.

Hot Dogs, Döner, Würstchen, Maiskolben, Fischbrötchen, Fleisch, Pilzpfanne, Pommes, Pizza sind schon da und die ganze Fast Food Schar. Alles siedet und brutzelt seit Stunden vor sich hin. Da darf man bloß nicht die Nerven verlieren und an die erstbeste Fressbude stürmen und sich an einer zu großen Portion Mampf den Abend und auch Magen verderben.

Essen ist vor allem Kopfsache und da muss man mit Verstand vorgehen und darf sich nicht unbedingt auf sein Bauchgefühl verlassen. Am besten gewinnt man bei einem Kontrollbummel über die Festmeile einen Überblick über das Angebot, welches einen eigentlich schon beim Riechen vollends sättigt. Ein buntes Konglomerat aus allem was Spaß und dick macht lauert auf uns. Man merkt quasi, wie sich die Wampe zusehends weitet. Irgendwas im Käsemantel, überbackenes Hüftgold und speckiger Speck in Acrylamid für den Rest. Senf ist umsonst, Ketchup kostet extra und das Ding da auf der Pappe ist nicht selten geschmacks- und fleisch-, dafür aber überraschenderweise nahezu alkoholfrei.

Soweit das eine. Für die anschließende Kariesgarantie ist ebenfalls gesorgt. Alles, was man aus Zucker machen kann und wofür Schokolade taugt, ist zu bekommen. Teilweise treibt unsere Lust nach Süßem seltsame Blüten: Crepes mit Nutella oder eingeschmolzener Kinderschokolade. So etwas essen auch nur die Deutschen. In Frankreich schüttelt man angewidert den Kopf über so ein kulinarisches Kapitalverbrechen. Obendrauf passt immer noch ein Eis. Jetzt noch ein schnelles Bier und randvoll ist der Wanst!

Der Traum, sich einmal durch die Äsung eines Volksfests zu mampfen ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst. Und selbst, wenn man nicht mehr kann, immer noch weiter zu machen ist die höchste Daseinsebene, die man als verdauender Organismus erreichen kann.

Mit vollem Feinkosthügel und leerem Portemonnaie geht es dann in den Autoscooter, wo man die ganze Pampe beim Elchtest ordentlich durchgemengt bekommt. Dreizehnjährige Fahranfänger, die den ganzen Tag nichts anderes hatten als zwei Red Bull, denken, dass das Autofahren ist, wenn sie volle Breitseite in einen hinein fahren. Na denn, guten Appetit.

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