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Elmshorner Nachrichten

18. Oktober 2017 | 00:55 Uhr

Bokholt-Hanredder : Eine Wissenschaft für sich

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Live-Ernte-Event auf dem Maisfeld: Die Landwirte arbeiten mit modernster Technik - und jede Menge Pferdestärken.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Mais ist Mais – oder etwa doch nicht? Ganz sicher nicht! Wie groß die Unterschiede sind, wurde bei einem Live-Ernte-Event auf dem Hof von Dierk Engelbrecht in Bokholt-Hanredder demonstriert. Auf Einladung der Firma DuPont Pioneer und deren Kooperationspartner Claas wurden etwa 30 Landwirten aus der Region die neusten Züchtungen bei Maispflanzen und technischen Entwicklungen bei Häckslern präsentiert.

„Es gibt etwa 650 Maissorten. Aber 60 von ihnen machen 80 Prozent des Marktes aus“, erläuterte Ulrich Schmidt, Pioneer-Geschäftsführer für Nordeuropa. Ein Team seines Unternehmens tourt derzeit durch West- und Süddeutschland und präsentiert die Neuheiten auf insgesamt 20 Live-Ernte-Events. Drei von diesen Veranstaltungen finden in Schleswig-Holstein statt. Die Technik ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass die Besucher live auf einem Fernseher verfolgen können, welche Qualität der zur selben Zeit auf dem benachbarten Feld geerntete Mais hat. „Daten über den Mais, wie etwa der Anteil von Stärke, Protein, Fett und Eiweiß, werden inzwischen sofort bei der Ernte ermittelt und erfasst. Der Landwirt sieht hier also sofort, welche Qualität unser Mais hat“, betont Schmidt.

Gastgeber Dierk Engelbrecht betont, wie wichtig die Beschäftigung mit den unterschiedlichen Maissorten für die moderne Landwirtschaft ist. „Das ist eine Wissenschaft für sich“, sagte Engelbrecht. Und Schmidt betonte, dass für jeden Boden die richtige Sorte ausgesucht werden muss. „In Schleswig-Holstein kann nicht derselbe Mais wie in Süddeutschland angebaut werden“, erläutert Schmidt. Schon allein auf den Feldern von Engelbrecht gäbe es unterschiedliche Sorten. „Das hängt von der Witterung ab. Einige Standorte sind feuchter als andere“, so der Bokholter Landwirt. Zudem müsse berücksichtigt werden, wofür der Mais verwendet werden soll.

Mais für Biogasanlagen müsse andere Anforderungen erfüllen als für Milchvieh-Futter. „In der heutigen Zeit müssen wir uns intensiv mit den verschiedenen Sorten auseinandersetzen, um Qualität und Ertrag steigern zu können“, sagte Engelbrecht, der 250 Milchkühe hat. „Je besser mein eigenes Futter ist, desto weniger Kraftfutter muss ich zu füttern. Das spart Geld“, erklärt der Landwirt.

Außer den Maissorten wurde der Top-Häcksler der Firma Claas präsentiert. Der Jaguar 980 hat 885 PS und kann mit einem Schneidewerkzeug von neun Metern Länge zwölf Maisreihen gleichzeitig abernten. Und in Zukunft werden die Maschinen auch mit weiterer Technik ausgestattet. „Dann kann der Landwirt sofort sehen, wie die Qualität seines geernteten Mais ist und wie der Ertrag pro Hektar ist“, betonte Schmidt.

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