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Aufzucht in Raa-Besenbek : Eine Vogelfreundin sucht Fütter-Helfer

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Kirstin Zoller päppelt verletzte und verwaiste Vögel wieder auf. Jetzt sucht sie Kinder, die sie bei ihrer Aufgabe unterstützten.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2016 | 16:00 Uhr

Raa-Besenbek | Auf dem Schimmelhof von Kirstin Zoller herrscht gerade Hochsaison. Es ist Nistzeit, zahlreiche Menschen bringen ihr verletzte und verwaiste Vögel nach Raa-Besenbek. Derzeit leben ein aus dem Nest gefallener und danach falsch gepflegter Spatz, eine gerade flügge gewordene Kohlmeise und die Rabenkrähe Krah mit einem verletzten Flügel auf dem Hof.

Die Vogelfreundin könnte Hilfe jetzt gut gebrauchen, denn die Pflege von jungen Vögeln ist ein echter Vollzeitjob. Deshalb lädt Zoller vor allem Kinder ein, ihr beim Fangen von Fliegen und anderen Insekten und beim Füttern der Vögel zu helfen. „Im letzten Jahr hat das sehr gut geklappt“, erzählt sie. „Ich freue mich riesig über die Kinder und sie haben großen Spaß und lernen nebenbei etwas über Vogelaufzucht und Verantwortung.“ Auch Erwachsene sind bei der Versorgung der Tiere herzlich willkommen – entweder als Helfer, oder auch nur als Begleiter der Kinder. „Im letzten Sommer haben sich viele Eltern auch einfach nur in die Sonne gesetzt und haben den Hühnern zugeschaut.“ Wer wolle, könne jederzeit einfach ohne Voranmeldung vorbeikommen, jemand sei immer auf dem Hof und kümmere sich um die Vögel.

Kirstin Zoller hilft Vögeln.
Kirstin Zoller hilft Vögeln. Foto: Sprenger

Während Kirstin Zoller das erzählt, hüpft die Rabenkrähe Krah auf dem Tisch herum, piekt an einer Fliegenklatsche und bewundert ihr Spiegelbild in einer Kaffeekanne. Der junge Vogel wurde, kurz nachdem er in Alveslohe aus dem Nest gefallen war, von einem Auto angefahren. Dabei hat Krah nicht nur seine Stimme, sondern auch seine Fähigkeit, fliegen zu können, verloren. „Ich war beim Tierarzt, aber da ist nichts zu machen“, erklärt Kirstin Zoller. Beim Gespräch auf ihrem Hof geht sie noch davon aus, dass sie Krah nicht, wie alle anderen ihrer Schützlinge, in die Natur entlassen kann. Sie plante deshalb, die Krähe an eine Familie aus Rheinland-Pfalz zu vermitteln, die Krah in ihrem Garten eine neue Heimat geben wollte.

Aber eine Woche später, noch während die Familie auf dem Schimmelhof zu Gast ist, um Krah kennenzulernen, beginnt der Vogel plötzlich wieder zu fliegen. „Das war wie ein Wunder“, erzählt Zoller am Telefon. Inzwischen ist sie damit beschäftigt, der Krähe das Leben mit Menschen wieder abzugewöhnen. „Mittlerweile verlässt sie schon stundenweise den Hof und kommt nur noch vorbei, um sich etwas Futter abzuholen.“ Krah lerne schneller als ein Hund, „innerhalb eines Tages habe ich ihr beigebracht, dass sie nicht mehr auf den Tisch darf. Und seitdem geht sie auch nicht mehr auf den Tisch.“

Besucher dürfen die Krähe nicht anfassen, damit sie sich nicht zu sehr an Menschen gewöhnt – „sonst ist Krah als nächstes in der Elmshorner Innenstadt“. Aber Kirstin Zoller hat immer genug mit den anderen Vögeln auf ihrem Hof zu tun. Die Kleinen würden am liebsten rund um die Uhr gefüttert werden – und es kommen immer neue Patienten auf den Schimmelhof. Kirstin Zoller hofft deshalb auf fleißige Helfer. Und wer einfach nur in der Sonne sitzen und die Krähe Krah beobachten will, ist auch herzlich willkommen.

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