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Online-Handel: Chance für die City : Eine neue Studie untersucht die Attraktivität von Elmshorns Innenstadt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Befragung des Instituts für Handelsforschung Köln stellt die Attraktivität der Innenstädte in den Fokus.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Elmshorn | Der Onlinehandel ist der natürliche Feind der Innenstädte – so lautet die landläufige Meinung. Doch die Studie „Vitale Innenstädte 2016“ zeigt, dass dies nicht unbedingt stimmen muss. Auch nicht für Elmshorn. Die Befragung des Instituts für Handelsforschung Köln stellt die Attraktivität der Innenstädte in den Fokus. Nun liegt die Auswertung vor. „Wie man an den Ergebnissen sieht, wird deutlich, dass der Onlinesektor eine große Bedeutung hat“, sagt Manuela Kase, Geschäftsführerin vom Stadtmarketing. Dabei gehe es den Besuchern jedoch weniger um Onlineshops, sondern um kostenfreies Wlan in der Stadt, die Möglichkeit, zu Läden Informationen zu finden oder online zu bestellen und sich die Ware in den Laden liefern zu lassen.

„Alle digitalen Services werden positiv bewertet“, sagt Kase. Ein Faktor, der auch Chancen birgt: „Einzelhändler müssen nicht gleich einen Webshop einrichten“, sagt Paul Raab, Leiter der Zweigstelle Elmshorn der IHK Kiel. Für ihn stehe der stationäre Einzelhandel weniger in Konkurrenz mit dem Internethandel, sondern muss sich gegen diejenigen der Nachbarstädte durchsetzen. Für Webhändler verschärfe sich der Wettbewerb im Netz jedoch, weshalb einige als weiteres Standbein wieder einen Laden aufmachen. „Ich will nicht von einem Trend sprechen. Aber wenn sich das so fortsetzt, wäre das eine gute Chance, den Leerstand zu minimieren“, sagt Raab. Zum Verweilen lädt die Innenstadt aber nicht ein, wie die weiteren Ergebnisse der Kölner Studie zeigen.

Einkaufen – und schnell wieder weg: Innenstadt nur mäßig attraktiv

Wie steht es um die Attraktivität der Innenstadt? Die Studie „Vitale Innenstädte 2016“ des Instituts für Handelsforschung Köln hat in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing Elmshorn eine Befragung unter 392 Innenstadtbesuchern durchgeführt. Das Ergebnis – wenig überraschend. Das Institut errechnete eine Durchschnittsnote von 3,4 für Elmshorn. Das ist eine Verbesserung von gerade mal 0,1 Notenpunkten seit der letzten Befragung 2014. „Man darf innerhalb von zwei Jahren keine Wunder erwarten. Aber die leichte Verbesserung zeigt, dass Elmshorn auf dem richtigen Weg ist“, sagt Paul Raab, Leiter der Zweigstelle Elmshorn der Industrie- und Handelskammer Kiel. Die Durchschnittsnote in Städten ähnlicher Größe liegt bei 2,8. Insgesamt haben 121 Städte mitgemacht.

Die Studienauswertung macht deutlich, dass vor allem Events und Feste positiv von den Besuchern eingeschätzt werden. Marc Ramelow, erster Vorsitzender des Stadtmarketings nennt etwa den Weihnachtsmarkt, sowie das Weinfest und die Musiknacht. Negativ aufgefallen sei aber vor allem die Aufenthaltszeit der Stadtbesucher. 45,5 Prozent der Befragten gaben an, weniger als eine Stunde in der Innenstadt zu verbringen. „Man geht hin, kauft ein, geht schnell wieder weg“, sagt Ramelow. Seiner Einschätzung nach müsse sich die Aufenthaltsqualität stark verbessern; nicht unbedingt, damit mehr Geld in der Stadt ausgegeben, sondern damit der öffentliche Raum belebt werde. „Es geht extrem viel um Erlebnis und weniger um das Produkt“, sagt Raab. Dieses Erlebnis könne der Onlinehandel nicht bieten, so dass Raab in der Verbesserung der Aufenthaltsqualität auch eine Strategie gegen die Konkurrenz aus dem Internet sieht. Angst haben müssen die hiesigen Händler aber nicht. Die Studie zeige, dass die Kunden in Webshops nicht unbedingt eine Alternative sehen. „Das kann uns nicht in Zufriedenheit wiegen, aber es zeigt uns, das unsere kleine Innenstadtwelt nicht untergeht“, sagt Raab.

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