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Elmshorner Nachrichten

16. Dezember 2017 | 08:41 Uhr

Eingeweiht : Eine neue Moschee für Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Name ist Programm: In der „Moschee des Friedens“ soll ein gemäßigter Islam zum friedlichen Zusammenleben der Kulturen beitragen.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2016 | 12:30 Uhr

Elmshorn | Die Krückaustadt ist um eine Einrichtung reicher. Im Rahmen einer Eröffnungsfeier wurden die neuen Räumlichkeiten des Vereins für Kultur und Bildung Hamburg/Zweigstelle Elmshorn in der Friedensstraße 2, der „Moschee des Friedens“, für den Betrieb freigegeben. Anwesend waren der zuständige Imam Mohamed Serhan, Bürgermeister Volker Hatje und der Vorstandsvorsitzende des bereits genannten (Träger-)Vereins, Jan Winter. Außerdem etwa 40 Gäste, Jung und Alt, darunter eine Reihe von Flüchtlingen aus Syrien. Das Programm beinhaltete unter anderem eine Übersicht über die Zielsetzungen des Vereins, die geplanten Aktivitäten in Elmshorn sowie eine Darstellung des eigentlichen – gemäßigten – Islams, der Hass, Gewalt und Terrorismus zutiefst verabscheut.

Einleitend erläuterte Winter die Ziele des Vereins, die, wie er feststellte, in der gemeinnützigen Förderung von Kultur und Bildung lägen, um Mitbürgern einen Schutz vor extremistischen Einflüssen zu geben – Einflüssen, die im Namen des Islams auf gesellschaftliche Konfrontation setzten. „Um unsere Ziele zu verwirklichen, unterbreiten wir Angebote, die zum friedlichen Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen in unserer deutschen Gesellschaft beitragen“, unterstrich Winter und verwies auf das Beispiel Hamburgs. „In den vergangenen elf Jahren haben in der Hansestadt verschiedene behördliche und soziale Einrichtungen unsere Arbeit bestätigt. Diese erfolgreiche Arbeit möchten wir in Elmshorn durch viele Angebote fortsetzen.“

Dazu gehören unter anderem Integrations- und Sprachkurse für Flüchtlinge (Männer und Frauen), Übersetzungsarbeit als Flüchtlingshilfe (Ärzte- und Behördengänge), Vernetzungs- und Dialogarbeit mit sozialen und religiösen Einrichtungen sowie Hausaufgabenhilfe und Nachhilfeunterricht für Kinder und Jugendliche. Hinzu kommen noch kulturelle Angebote wie arabisch Lesen, Islamunterricht, Bildung von Gesangs- und Theatergruppen. Geplant ist auch Beratung bezüglich Ausbildung und Studium sowie Sozialberatung durch einen arabisch sprechenden Imam.

Jeden Freitag wird den Muslimen die Möglichkeit geboten, das gemeinsame Freitagsgebet zu verrichten, zu dem voraussichtlich zwischen 30 und 50 Personen erscheinen werden. Dieses wird in der Sommerzeit zwischen 13 bis 14 Uhr und in der Winterzeit zwischen 12 und 13 Uhr abgehalten. Der Vorstandsvorsitzende ging in seinem Wortbeitrag auch auf den Hintergrund ein, der zur Namensgebung der neuen Räumlichkeiten geführt hat. Sie sei in Anlehnung an den Straßennamen und in der Hoffnung auf Frieden zwischen den Völkern erfolgt.

Imam Mohamed Serhan, der nach Winter das Wort ergriff, gab seinen Eindruck von der gegenwärtigen Situation wieder, „in der wir tatsächlich Angst haben um Muslime und Nichtmuslime“, wie er sich ausdrückte. Sein Anliegen sei es, das Verständnis des Korans, der ein großes Friedenspotenzial beinhalte, und die Aussagen des Propheten zu vermitteln. Den Terrorismus bezeichnete er als „Krebsgeschwür im Körper des Islamisten“.

Die Menschen, die nach Deutschland gekommen seien, hätten Gutes erfahren – und Gutes müsse man mit Gutem vergelten. Bürgermeister Volker Hatje zeigte sich beeindruckt von der Feier und den Worten des Vorredners. Er bescheinigte ihm, dass die Stadt und die Gemeinschaft gleiche Ziele verfolgten und stellte mit Blick auf die anhaltenden Diskussionen über den Terrorismus fest: „Entscheidend ist, was die Gemeinschaft macht.“ Im Anschluss an den offiziellen Teil der Eröffnungsfeier gab es ein reichhaltiges Büfett. Die Atmosphäre, in der die Veranstaltung stattfand, war offen und freundlich und von dem Bemühen geprägt, Vertrauen zu bilden und Brücken zu schlagen.

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