Eine Milch für jede Jahreszeit - Konzept der Öko Melkburen erfolgreich

De Öko Melkburen: Achim Bock aus Lutzhorn, Hans Möller aus Lenthförden, Heino Dwinger aus Schmalfeld und Sönke Meier aus Tangstedt (v.li.). Es fehlt: Jan Langeloh aus Bönningstedt. Foto: Althaus
De Öko Melkburen: Achim Bock aus Lutzhorn, Hans Möller aus Lenthförden, Heino Dwinger aus Schmalfeld und Sönke Meier aus Tangstedt (v.li.). Es fehlt: Jan Langeloh aus Bönningstedt. Foto: Althaus

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26. Oktober 2012, 03:59 Uhr

Horst | Schmeckt Milch im Sommer anders als im Winter? Die aus dem Tetrapack vielleicht nicht, aber das Urprodukt, das direkt von der Kuh kommt, durchaus. Denn während die Rinder im Sommer überwiegend das saftige Gras von der Weide fressen, bekommen sie im Winter überwiegend Silofutter, Heu und Getreideschrot. Selbstverständlich hat das Auswirkungen auf die Milch.

Fünf Bauern aus den Kreisen Pinneberg und Bad Segeberg griffen das auf und verkaufen "Vier Jahreszeiten-Milch". Der Kunde bekommt sie mit vier verschiedenen Geschmäckern und in vier verschiedenen Verpackungen, je nach Saison. Und: Sie ist so natürlich wie möglich.

Alle fünf Landwirte betreiben ihre Höfe bewusst ökologisch. Die Kühe bekommen kein genmanipuliertes Futter und haben viel Platz: "Selbst im Winter lasse ich die Stalltüren auf", sagt Achim Bock aus Lutzhorn. So war schnell ein gemeinsamer Name gefunden: "De Öko Melkburen".

Für die Verarbeitung und Abfüllung ihrer Milch gewannen sie die Meierei in Horst, wo am 1. Mai dieses Jahres die Produktion startete. Mittlerweile werden von dort etwa 8000 Liter im Monat ausgeliefert, Tendenz steigend. In einigen Läden in Horst, Elmshorn und Barmstedt stehen die weißen Tüten bereits in den Regalen. Der Hauptabsatz findet jedoch in Naturkost-Geschäften in Hamburg statt. Nach den Plänen der Gesellschafter soll sich das noch ändern: "Wir wollen auch eher in konservative Märkte", sagt Hans Möller, Geschäftsführer der Öko Melkburen. Nach Möglichkeit möchten sie alle Verkaufsstellen im Umkreis von 100 Kilometern von Horst aus beliefern. Bis zu drei Millionen Liter Milch im Jahr könnten die fünf Landwirte beisteuern.

Das unternehmerische Ziel sei, bis zum Jahresende kostendeckend zu arbeiten. Denn der Start war nicht ganz billig: 200 000 Euro hatten die fünf Investoren für zwei Tanks ausgegeben, die in der Meierei Horst aufgestellt wurden. Nur so könne die Ökomilch von der übrigen getrennt werden, erklärt Möller. Sie wird im Gegensatz zur konventionellen Milch, nicht homogenisiert, die Fettkügelchen bleiben erhalten. Die Rahmschicht an der Oberfläche ist daher ein typisches Merkmal.

Drei Mal in der Woche wird sie derzeit abgefüllt und noch am gleichen Tag ausgeliefert: "Milch, die heute abgeholt wird, ist morgen schon im Laden zu kaufen", sagt Peter Johannßen, Vorstandsvorsitzender der Meierei.

"Die schmeckt wie früher", laute das Urteil vieler älterer Menschen nach dem ersten Schluck, sagt Andrea Ferber, Kundenberaterin bei den Öko Melkburen. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Kira Visvanathan unterstützt sie die Landwirte bei der Vermarktung. "Eine kalte, frische Milch ist unschlagbar", ist Andrea Ferber überzeugt.

Nach Frühlings- und Sommermilch wird seit dem 25. September jetzt die Herbstmilch ausgeliefert. 1,49 Euro kostet der Liter im Handel..

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