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Elmshorner Nachrichten

21. Oktober 2017 | 12:50 Uhr

Eine Fahrradtour aus Protest

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Verkehr Aktivisten kämpfen beim Landtag in Kiel für einen Fahrradweg / Verkehrsminister Reinhard Meyer bietet Gespräch an

Ein Flashmob bezeichnet laut Wikipedia einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen Plätzen, bei denen die Teilnehmer ungewöhnliche Dinge tun. Genau einen solchen Flashmob organisierten gestern die Aktivisten für einen Radweg zwischen Dückermühle und Herzhorn. Die Aktion startete am Horster Bauhof mit dem Verladen des roten „Mahnmal-Fahrrads“. Das übergroße Rad wurde via Hänger in die Landeshauptstadt nach Kiel gebracht, wo es am Nachmittag vor den Landtag geschoben wurde. „Wir waren mit 16 Mann da. Aber alleine durch das rote Fahrrad haben wir sehr viel Aufmerksamkeit auf uns ziehen können. Da hätten wohl auch drei Mann gereicht“, sagt Reimer Wohlert aus Sommerland, Sprecher der Initiative.

„Heute ist Sitzungstag“, erklärte Radweg-Aktivistin Hella Schwartkop die Wahl des Protesttermins. „Und gegen 15 Uhr kommen viele Parlamentarier von ihrer Mittagspause zurück.“ Gespräche mit Abgeordneten seien vorab nicht abgestimmt worden. Umso glücklicher waren die Aktivisten, als sie vor dem Landtagsgebäude von mehreren Politikern in Empfang genommen wurden, vor denen sie ihren Standpunkt vertreten konnten. Unter anderem war Landesverkehrsminister Reinhard Meyer bereit, mit den Aktivisten zu sprechen. „Wir haben unsere Forderung vorgetragen. Dabei stellte sich heraus, dass der Minister einen neuen Gesprächstermin anbieten wird.“ Seit 2000 kämpfen Anwohner und Unterstützer um den Radweg. „Jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen“, sagte Wohlert. Aktuell stehe ein 50-prozentiger Zuschuss durchs Land im Raum, den Rest der Radweg-Bausumme müssten die Gemeinden aufbringen.„Mit der Aktion sind wir sehr zufrieden, auch weil wir mehr Politiker erreicht haben, als wir gedacht hätten“, erklärte Wohlert.


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