Eine etwas holprige Premiere

Einige Genossen begrüßten den Busfahrer Ibrahim Sert. Die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies überreichte ihm einen Weihnachtsstern.
Einige Genossen begrüßten den Busfahrer Ibrahim Sert. Die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies überreichte ihm einen Weihnachtsstern.

ÖPNV Sonntag hat die KViP den Busverkehr übernommen / Busausfall am Montag wegen technischer Panne

Studioline2.jpg von
12. Dezember 2017, 16:23 Uhr

Die Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg (KViP) hat am Sonntag offiziell den Busverkehr in Elmshorn von dem Unternehmen, „die Linie“, übernommen. Das erste Fahrzeug rollte am Morgen von der Haltestelle Adenauerdamm Richtung Bahnhof und weiter zur „Siedlung“. Zur Premiere erschienen eine Hand voll Sozialdemokraten, die es früh aus den Federn geschafft hatten und es sich nicht nehmen lassen wollten, bei diesem Ereignis mit dabei zu sein. Es war ja auch schließlich die SPD gewesen, die den Antrag eingebracht hatte, den ÖPNV direkt an die KViP zu übergeben.

Die Landtagsabgeordnete Beate Raudies überreichte dem Busfahrer Ibrahim Sert einen Weihnachtsstern und wünschte ihm viel Glück. Dieser bedankte sich und drückte seine Freude darüber aus, dass er und seine Kollegen von „der Linie“ nun für die KViP fahren dürften. „Ich habe sieben Jahre lang für die Linie gearbeitet“, verriet er. „Davor war ich in einer Druckerei beschäftigt.“

Insgesamt will die Kreisverkehrsgesellschaft 15 neue Busse in der Krückaumetropole einsetzen, die alle mit einer Klimaanlage ausgestattet sind. 14 Busse wurden bereits geliefert, das letzte Fahrzeug soll heute kommen. „So lange arbeiten wir mit Reservebussen aus Uetersen“, erklärt Birgit Reinheimer von der KViP, deren Firmensitz sich in Uetersen befindet.

Die Feuertaufe am Sonntag ist gut gelaufen. „Wir sind zufrieden, alles hat geklappt“, sagt Prokuristin Reinheimer. Gestern lief es allerdings „ein wenig holperig“, wie es KViP-Geschäftsführer Thomas Becker ausdrückte. „Ein Scheibenwischer war ausgefallen“, erklärt er. „Weil wir die neuen Fahrzeuge erst so kurzfristig bekommen haben, konnten wir noch nicht alles testen“. Aus diesem Grund ist eine Fahrt der Linie 6505 um 6.35 Uhr ausgefallen. Dazu kamen einige witterungsbedingte Verzögerungen. Reinheimer: „Die Fahrer sind wegen der Glättegefahr lieber langsamer gefahren als sonst.“

Ab heute soll jetzt alles klappen – und zwar mit den neuen Bussen, die alle mit ungewöhnlich vielen Klappsitzen ausgestattet sind, um viel Platz für Kinderwagen oder Rollatoren zu schaffen. Sechs Fahrzeuge verfügen über eine dritte Tür, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern. Die KViP hat 45 neue Mitarbeiter eingestellt, 32 kommen von „der Linie“, die sich in der Krückaumetropole natürlich bestens auskennen.

Mehr als ein Jahr hatten sich Stadt, Politik, Fahrgastinitiative, Seniorenrat, Kinder- und Jugendbeirat und Pro Bahn damit auseinandergesetzt, wie man den Busverkehr in Elmshorn optimieren könnte. Jetzt ist es an den Fahrgästen zu bewerten, wie gut die Veränderungen sich in der Praxis bewähren. Noch kommen die Elmshorner allerdings nicht in den vollen Genuss der Fahrplanänderungen. Das liegt vor allem an der Baustelle auf dem Hainholzer Damm. Die Linie 6502 wird die Linie 6501 wie geplant deshalb wohl erst im Frühjahr entlasten können.

Am 1. Januar steigen übrigens auch die Preise beim Hamburger Verkehrsverbund. Für die Elmshorner bedeutet das, dass das Einzelticket um 10 Cent teurer wird und statt 1,50 Euro künftig 1,60 Euro kosten wird.

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