Elmshorn : Ein Stadtteil feiert sich selbst

Großer Andrang bei der Bahn: Im „Orient Express“ drehten die Kinder ihre Runden.
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Großer Andrang bei der Bahn: Im „Orient Express“ drehten die Kinder ihre Runden.

Awo-Kinderfest ist zu einer Hainholzer Tradition geworden. Etwa 2000 Besucher rund um das Stromhaus unterwegs.

shz.de von
04. Mai 2015, 16:00 Uhr

Elmshorn | Die neunjährige Anike Wetzel hatte am vergangenen Freitag einen vollen Tag: Erst ging sie mit dem Chor der Grundschule Hainholz auf die Bühne, dann mit der Awo-Musikgruppe der Schule und schließlich mit der Tanzgruppe. Hinterher zog sie mit ihrer Freundin Emmelie Wendt, mit ihrem Vater und mit ihrer Oma, die extra aus Hamburg gekommen war, übers Awo-Kinderfest am Elmshorner Stromhaus.

Etwa 2000 Menschen seien auf dem weitläufigen Gelände rund ums Stromhaus unterwegs gewesen, schätzte Organisatorin Kerstin Thiel. Die Besucher standen in langen Schlangen beim Bungee-Run oder Dosenwerfen, sie aßen Bratwurst und weitere Snacks. „Die Eltern bringen Kuchen mit oder spenden Essen“, beschrieb Awo-Mitarbeiter Marcus Villaret das Engagement für das jährliche Fest, das nach 35 Jahren zu einer Hainholzer Tradition am 1. Mai geworden ist.

„Einfach schön“ fand es Sebastian Wetzel; damit meinte er beides – das Fest und das Leben in Hainholz, dem Elmshorner Stadtteil, der lange als Problemviertel galt. Wetzel, der dort seit fünf Jahren wohnt, findet es „sehr multikulturell, es ist angenehm, hier zu leben, vor allem mit Kindern.“ Zum Awo-Kinderfest kommt Wetzel in jedem Jahr: „Man trifft hier Hans und Franz aus der Umgebung.“ Manuela Wendt, Mutter der Freundin von Wetzels Tochter Anike, kommt extra aus Quickborn regelmäßig zum Kinderfest: „Verwandte und Freunde treffen“, will sie in Elmshorn. Die Kinder genießen währenddessen das Toben, Schminken und Malen sowie die vielen anderen Angebote.

Vielfalt dominierte: Vor den Grundschülern war die Deutsch-Türkin Pinar Ergin aufgetreten, nach den Jungen und Mädchen kam der russisch-deutsche Chor „Druschba“ auf die Bühne; dazwischen sangen „One Two Three One“, ein Gitarren-Duo aus jungen Männern. Viele Nationalitäten waren vertreten. Die Besucher schacherten auf dem Flohmarkt, saßen bei den Pfadfindern mit Stockbrot am Lagerfeuer oder drehten Runden im Kinderzug. Der Stadtteilverein war dabeo, Mitarbeiter des Immobilienunternehmens „Tag“ verkauften an ihrem Flohmarktstand Sachen zugunsten der Awo.

Die türkischen Gemeinden hatten zusammengelegt, um Sängerin Ergin zu engagieren. Auch vor dem Fest hatten sich zahlreiche Elmshorner stark engagiert. Eine ganze Gruppe von Jugendlichen hatte „extrem super“ beim Aufbauen geholfen, schwärmte Veranstalterin Thiel voller Begeisterung.

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