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Knechtsche Hallen Elmshorn : Ein Quartier mit großem Potenzial

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Es gibt eine wissenschaftliche Untersuchung zum Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen. Die Ergebnisse werden heute präsentiert.

Elmshorn | Das Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen mit den leerstehenden Knechtschen Hallen und weiterer alter Baukultur hat großes Entwicklungspotenzial. Zu dieser Auffassung kommen Silke Faber, Leiterin des Elmshorner Amtes für Stadtentwicklung, und auch Jens Jähne, Vorsitzender des Freundeskreises Knechtsche Hallen Keimzelle Kranhaus. Sie stützen sich dabei auf die Untersuchungen, deren erste Zwischenergebnisse der Stadtplaner Ralf Ebert vom „STADTart Planungs- und Beratungsbüro“ aus Dortmund vorgelegt hat.

„Es ist Nachfrage von Menschen vorhanden, die dort etwas machen und investieren wollen“, sagt Faber angesichts der Untersuchungsergebnisse. Es gebe Interesse an kreativer, gewerbsmäßiger und wohnungswirtschaftlicher Nutzung in dem Quartier, das deshalb zu einem Magnetpunkt in Elmshorn und der Region von Handwerksbetrieben über Künstler, Einzelhändler und Gastronomen bis hin zum Wohnungsbauunternehmen werden könnte. Ob das Interesse ausreicht, sei noch zu prüfen.

„Das ist für uns schon einmal eine zentrale Botschaft: Es zeigt, dass es umsetzbar sein könnte, was wir uns vorstellen“, sagt Jähne. Er und die anderen Mitstreiter vom Freundeskreis Knechtsche Hallen wollen die Brachflächen und vor allem die leerstehenden, zum Teil das Innenstadtbild prägenden Bauten aus dem Industriezeitalter mit neuem Leben füllen – allem voran die Knechtschen Hallen an der Schlossstraße – also das seit 2006 leerstehende, ehemalige Lager der Firma Teppich-Kibek, das heute ein letztes großes, in den Jahren 1914 bis 1918 erbautes Zeugnis der Elmshorner Lederindustrie ist. Die Frage, ob die stetig weiter verfallende Immobilie wirtschaftlich vertretbar für neue Nutzungen hergerichtet werden kann, sollten die bautechnischen Untersuchungen innerhalb des Forschungsprojekts klären.

Die vorläufigen Zwischenergebnisse des Projekts ExWoSt „Innovationen für Innenstädte“ werden heute Abend in einer Öffentlichkeitsveranstaltung im Gebäude der Stadtwerke an der Westerstraße vorgestellt. Beginn ist um 19 Uhr. Bürgermeister Volker Hatje und Silke Faber führen die Besucher durch das Dickicht der Untersuchung und geben den Elmshornern so die Möglichkeit, sich aus erster Hand zu informieren und mit den Planern zu diskutieren. Im Mittelpunkt soll die Frage stehen: Kann das geplante Kreativ-Quartier in Elmshorn überhaupt rentabel sein?

Der Freundeskreis ist derweil seit vielen Monaten im Kranhaus mit einer ganzen Palette von Aktionen aktiv (wir berichteten mehrfach). Wichtig für Jähne ist allerdings schon jetzt – auch abgesehen von der Zukunft des „Traumobjekts Knechtsche Hallen“ – die Erkenntnis: „Es ist in Elmshorn in dem Quartier unter Erhalt alter, industrieller Baukultur eine wirtschaftlich tragbare Belebung möglich und ein Bedarf vorhanden.“

Jetzt müsse – da sind sich Faber und Jähne einig – die festgestellte Nachfrage konkretisiert und das gesamte Quartier mit allen Identität stiftenden, alten Häusern ins Auge gefasst werden. Dazu gehöre auch das ehemalige Citastrom-Gebäude an der Berliner Straße, auch wenn es bei derartigen Immobilien auf den ersten Blick nicht so einfach erscheine, die Hüllen mit Leben zu füllen.

Abgesehen davon ist in dem Quartier bereits ein großes Vorhaben in die konkrete Phase getreten: Den Leerstand bei dem unter Denkmalschutz stehenden Kibek-Hochhaus an der Reichenstraße beseitigt das Elmshorner Wohnungsbauunternehmen Semmelhaack.

Mit dem Forschungsprogramm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“, kurz ExWoSt, fördert der Bund, zum Beispiel durch Studien, innovative Planungen und Maßnahmen zu wichtigen städtebau- und wohnungspolitischen Themen. Aus den Erfahrungen bei diesen Modellvorhaben sollen Hinweise für die Weiterentwicklung der Städtebau- und Wohnungspolitik abgeleitet und der Wissenstransfer – auch unter den Kommunen – unterstützt werden. Bei dem derzeitigen ExWoST-Programm in Elmshorn geht es darum, wie großflächige Leerstände und Brachen von Industrie und Gewerbe in den Städten zukünftig genutzt und wieder mit neuem Leben gefüllt werden können. Das vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung entwickelte Forschungsprojekt startete Anfang 2012. Die Kosten in Höhe von rund 270.000 Euro trägt allein das  Bundesbauministerium. Mehr als 130 Kommunen hatten sich für eine Teilnahme an dem Forschungsvorhaben beworben, letztlich wurde Elmshorn als eine von insgesamt nur acht Städten in Deutschland ausgesucht. Ein Grund: Es ist von den Städten und ihren Bürgern aktive Mitarbeit und ehrenamtliches Engagement gefragt und dies war an der Krückau bereits sehr gut vorhanden und wird seitdem stetig stärker ausgebaut.
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erstellt am 04.Sep.2014 | 14:00 Uhr

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