Elmshorn : Ein Museum auf dem Weg in die Zukunft

Das neu gestaltete Obergeschoss stellte Museumsleiterin Bärbel Böhnke (rechts) als Erstes den Unterstützern des Projektes vor: Olaf Seiler von der Sparkasse Elmshorn und Monika Dormann vom Förderverein des Industriemuseums.
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Das neu gestaltete Obergeschoss stellte Museumsleiterin Bärbel Böhnke (rechts) als Erstes den Unterstützern des Projektes vor: Olaf Seiler von der Sparkasse Elmshorn und Monika Dormann vom Förderverein des Industriemuseums.

Nach und nach wird die Dauerausstellung im Industriemuseum modernisiert. Zweites Obergeschoss strahlt mit Hilfe der Förderer jetzt im neuen Glanze.

shz.de von
05. Januar 2015, 12:30 Uhr

Elmshorn | Geschichten von Arbeit und Alltag können die Gäste des Elmshorner Industriemuseums seit nunmehr 23 Jahren in dem historischen Backsteingebäude in der Cahtarinenstraße erleben. Und alljährlich locken vor allem Sonderausstellungen und besondere Veranstaltungen die Besucher in das in seiner Art in der Region einmalige Kulturhaus.

Kernpunkt ist und bleibt allerdings die Dauerausstellung, die auf vier Ebenen jene Geschichten von Arbeit und Alltag im Elmshorn der Vergangenheit begreifbar macht: die Knochenarbeit in den Werften an der Krückau, die Gerber in der Stadt, die Porzellanmalerinnen in der Fabrik oder auch die Mühen der Landwirtschaft, die Verhältnisse der Schüler in engen Bänken und die Qualen der Menschen im Krieg und auf der Flucht. Doch auch an dem, was für diese Geschichten über viele Jahrzehnte zusammengetragen und ausgestellt worden ist nagt der Zahn der Zeit. Nach mehr als 20 Jahren muss saniert und modernisiert werden – muss auch nach modernen museumspädagogischen Aspekten das Konzept neu justiert werden.

Mit Mitteln der Stadt, des Fördervereins des Museums und der Sparkasse Elmshorn ist dies jetzt im zweiten Obergeschoss des Hauses geschehen. Dort, wo der Besucher den Tante-Emma-Laden, die gute Stube des Fabrikbesitzers, das Plumpsklo und die Küche der Arbeiterfamilie und vieles mehr findet, ist mit viel Engagement des Museumsteams und etwa 20.000 Euro alles auf den Stand der Zeit gebracht worden.

Neu gestaltete Vitrinen und ein komplett überarbeitetes Besucherinformationssystem warten auf große und kleine Gäste. Es sind nicht nur die Beschriftungen verändert und die Gegenstände in neue Vitrinen eingeräumt worden, sondern das Museumsteam hat auch inhaltlich die Dauerausstellung maßgeblich erweitert: Die Themen Nachhaltigkeit und Konservieren spielen nun eine zentrale Rolle ebenso wie der Wandel der Lebensmittelindustrie. „Wir freuen uns über den Abschluss der Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen“, sagt Museumsleiterin Bärbel Böhnke und lädt alle Elmshorner und ihre Gäste ein, das „neue Geschoss“ und zentrale Themen der Elmshorner Geschichte zu entdecken.

Tagung im Museum

Während ihrer jüngsten Sitzung taten dies bereits die Mitglieder des Kulturausschusses. Sie tagten diesmal im Industriemuseum und ließen sich von Böhnke durch die Dauerausstellung führen. Nach der Besichtigung sagte der Kulturausschussvorsitzende: „Der Umbau des zweiten Obergeschoss bietet den Besuchern des Industriemuseums einen wesentlich besseren Rundgang als bisher.“ Und der SPD-Kommunalpolitiker hob noch einen weiteren Aspekt hervor: Es sei eine völlig neue, beeindruckende Fläche für Sonderausstellungen geschaffen worden.

In diesem Jahr werden Böhnke und ihre Mitstreiter die Modernisierung des ersten Obergeschosses angehen. Dabei hoffen die Museumskräfte auf ein erneutes Engagement des Fördervereins und der Sparkasse Elmshorn – damit das Elmshorner Museum nicht alt wird.

Am 25. Januar  wird die Sonderausstellung „Heiß begehrt und viel getauscht – Sammelbilder und -figuren Elmshorner Firmen“ eröffnet. Zur Ausstellung wird ein vom Förderverein des Industriemuseums  finanzierter Begleitkatalog erscheinen. Die ersten Sammelalben aus Elmshorn veröffentlichte die Margarinefabrik Wagner 1928, die Mühlenwerke Peter Kölln und Margarine Rostock folgten. Schwerpunkt der Ausstellung bilden die Alben der Elmshorner Firmen sowie das Vertriebssystem der kleinen bunten Bilder. Die Schau wird bis zum 6 September 2015 zu sehen sein.
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