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Elmshorner Nachrichten

14. Dezember 2017 | 11:15 Uhr

Ensemble Elmshorn : Ein Konzert als purer Genuss

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Ensemble Elmshorn feiert zehnjähriges Bestehen mit bewegendem Auftritt in der Thomaskirche.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 15:00 Uhr

Elmshorn | Die letzten Töne der Zugabe, eines norwegischen Abendliedes, klangen sanft aus, in die Stille hauchte ein Zuhörer ergriffen „Sehr schön“. Damit fasste er zusammen, was mehr als 200 Gäste beim Jubiläumskonzert des Ensemble Elmshorn empfanden. Sie lauschten ergriffen, spendeten begeistert Applaus und ließen die Sänger erst nach einer Zugabe abtreten.

Der Chor der Elmshorner Liedertafel feierte am Sonnabend in der Thomaskirche sein zehnjähriges Bestehen. Mit dem Ensemble startete der altehrwürdige Verein von 1866 seinerzeit ein ambitioniertes Projekt, angeschoben von der damals frischen Chorleiterin Susanne Drdack. Sie hat die 50 Sänger des Ensembles in den vergangenen zehn Jahren zu vielen Erfolgen geführt: Gleich drei Mal gewann die Formation Landeswettbewerbe, im vergangenen Jahr traten die Sänger beim Schleswig-Holstein Musik Festival auf.

„Stolz auf diesen Chor“ zeigte sich am Sonnabend Klaus Dittmer, der Vorsitzende der Liedertafel. Dass auch Stadt und Kreis stolz aufs Ensemble sind, stellte Thorsten Mann-Raudies klar, der Vorsitzende des Elmshorner Kulturausschusses. Schon wenige Monate nach seiner Gründung gewann das Ensemble Elmshorn den Wettbewerb „Elmshorn sucht den Superchor“ der Elmshorner Nachrichten. „Seitdem haben sie sich wahnsinnig gesteigert“, lobte Ruth Riewesell am Sonnabend. Sie singt und musiziert selbst, war als Zuhörerin in die Thomaskirche gekommen und genoss das Konzert wie ein Gourmet ein Sterne-Menü: „Bei den mehrstimmigen Stücken hört man die andere Oktave, weil die so sauber singen“, sagte sie über das Konzert. Ihr habe ebenfalls gefallen, dass die Disharmonien ausgehalten wurden und schließlich wieder zur Harmonie gefunden hätten.

Während des Jubiläumskonzert präsentierten die 50 Sänger einen Querschnitt ihres gesamten Repertoires. Zum abschließenden Sanctus kamen aus dem Publikum ehemalige Mitglieder nach vorn und sangen mit; dieses Stück stand schon auf dem Programm der allerersten Chorprobe von zehn Jahren.
Ein Lied aus dem 16. Jahrhundert wurde vorgetragen, Knut Kiesewetters „Fresenhof“, moderne, anspruchsvolle Chormusik und romantische, düster gefärbte Balladen. Die Texte auf lateinisch, englisch, italienisch und plattdeutsch waren im ausgeteilten Heft abgedruckt und übersetzt. In Moderationen berichteten die Sänger zwischendurch von der Stimmung bei Chorwettbewerben, von besonderen Auftritten und erinnerten an die Höhepunkte der Chor-Historie. Mirko Magens erläuterte immer wieder musikalische und literarische Feinheiten der Lieder.

Wie beim Sterne-Menü: Wenn man weiß, welche edlen Zutaten darin stecken, schmeckt es gleich noch besser. Aber im Mittelpunkt stand ganz klar das sinnliche Erlebnis in möglichst reiner Form. Das Ensemble inszenierte es sparsam, aber wirkungsvoll. Zu Beginn und Ende des Konzerts standen die Sänger nicht vor dem Publikum, sondern umrundeten den Kirchenraum. Ansonsten vertrauten die Sänger auf ihre Stimmen und ihre Musikalität und boten damit puren Genuss.

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