Versteigerung : Ein Holsteiner soll es sein

Frühjahrsauktion des Holsteiner Verbandes. Höchstgebot von 70 000 Euro für Stute "Callas". Glisic: "Markt für junge Pferde schwierig".

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25. März 2013, 09:24 Uhr

Elmshorn | "Die Pferde sind gut, die Preise schlecht." Silvio Gerdes züchtet in Wedel Holsteiner, heute ist er zum Gucken nach Elmshorn gekommen. 25 vier- und fünfjährige Stuten und Wallache werden beim Holsteiner Verband in der Frühjahrsauktion versteigert, allesamt darauf gezüchtet, erfolgreich Springturniere zu absolvieren. Gerdes verkauft seine Pferde lieber direkt: "Bei einer Auktion kannst du auch Pech haben."

Eine junge, blonde Hamburgerin hat am Sonnabend als Kaufinteressentin Pech: Zwei Jungpferde hat sie sich ausgeguckt und ein Limit von 14 000 Euro gesetzt. Gleich das zweite, Callas, gefällt ihr. Aber die Stute geht für 70 000 Euro weg und erzielt damit den Höchstpreis des Tages. Kurz vor Schluss kommt Cantino auf die Fläche, der andere Favorit der Hamburgerin; diesmal verpasst sie den Zuschlag nur knapp, der Hammer fällt bei 14 500 Euro. Die Frau wird weiter suchen; ein Holsteiner soll es "definitiv" sein, mit dieser Rasse sei sie aufgewachsen.

17 700 Euro geben die Interessenten aus Deutschland, Italien, Belgien, Polen, Peru und den USA im Schnitt pro Pferd aus. Mit den 70 000 für Callas ist Peter Glisic "sehr zufrieden", aber ansonsten sieht es der Verkaufsleiter des Holsteiner Verbands wie Züchter Ger des: "Momentan ist der Markt für junge Pferde sehr schwierig", es gibt zu viele Pferde für zu wenige Interessenten. Dabei sind gut 800 Besucher zur Versteigerung gekommen, mehr als 40 fest angestellte und ehrenamtliche Helfer des Verbandes sind in der Halle unterwegs.

Diesmal stehen mit 25 Pferden, ausgewählt aus 120 Kandidaten, weniger Tiere als in den Vorjahren zum Verkauf. Der Verband gibt sich sichtlich Mühe, seine Besucher in Kauflaune zu versetzen: Von der Decke der großen Reithalle hängen üppige Blumengestecke, die Anzeigemädchen, die mit roten Plastikhänden Gebote anzeigen, stehen mit durchgedrückten Knien, gefalteten Händen und aufmerksamen Blicken auf dem Platz parat, die Pferde und ihre jungen Reiter sind herausgeputzt. Neben dem Auktionspult haben die Veranstalter ein springendes Pferd aus Draht und Buchsbaum aufgestellt, vor dem Pult sind zwölf Tische für die VIP-Kunden aufgebaut; sogar an den Geburtstag eines guten Kunden haben die Organisatoren gedacht, auf seinem Tisch prangt eine Torte.

Erfolgreiche Bieter bekommen eine Flasche Sekt und einen Blumenstrauß. Wer kein Pferd ersteigert hat, kann sich an einem Stand eine dunkelblaue Jacke aus der neuen Kollektion des Holsteiner Verbands aussuchen.

Insgesamt Anderthalb Stunden braucht Auktionator Uwe Heckmann, um die 25 Pferde an die Käufer zu bringen. Und dann? "Jetzt feiern alle", beschreibt ein Helfer das Abendprogramm. Im Vorraum der Halle hat der DJ schon seine Anlage aufgebaut, laute Musik dröhnt aus den Boxen.

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