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Geschenk mit Geschichte : Ein Hausbalken aus dem Jahr 1738 ziert jetzt den Eingangsbereich

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Grundschule Hainholz. Glücklicherweise fand sich eine Sponsorin, die früher selber Schülerin an der Hainholz-Grundschule war.

Elmshorn | „Wer Gott vertraut hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden.“ Als der Landwirt Johan Meyer im Jahr 1738 diesen Spruch auf den Hausbalken seines neu gebauten Hauses schrieb, hätte er sich wohl nicht träumen lassen, dass besagter Balken 277 Jahre später den Eingangsbereich der Grundschule Hainholz schmücken würde. Aber genau dort hängt er jetzt, als ein Geschenk der Geschichtswerkstatt Hainholz, als wichtiges Stück Heimatgeschichte und auch als Erinnerung an Ernst und Helene Pump.

Das Ehepaar lebte zuletzt in dem Haus von Johan Meyer und hatte auf dem Grundstück am Ramskamp einen Baumschulbetrieb aufgebaut. Da sie kinderlos blieben, gründeten Ernst und Helene Pump drei Stiftungen für die Grundschule Hainholz. Mit dem Geld werden bedürftige Kinder unterstützt und eine Hausaufgabenhilfe finanziert. Das Haus am Ramskamp aber wurde 1978 wegen einer Straßenverbreiterung abgerissen. „Da musste nicht mehr viel gemacht werden. Als die Bagger kamen, fiel das Haus beinahe von selber auseinander“, erinnert sich Gerda Lietz, die Nichte des Ehepaars Pump und Mitglied der Geschichtswerkstatt. Gerade noch rechtzeitig habe sich ihre „Tante Helene persönlich darum gekümmert“, den Hausbalken zu retten.

Das gute Stück wurde zunächst auf dem Dachboden gelagert. Als Helene Pump dann 2008 im Alter von 101 Jahren starb, holte der Bruder von Gerda Lietz den Balken vom Dachboden und übergab ihn der Geschichtswerkstatt. Für deren Mitglieder war bald klar, wohin die Reise des Balkens weitergehen sollte: An die Grundschule Hainholz, in dieErnst Pump früher selber gegangen ist. „So werden die Kinder an die Geschichte von Hainholz erinnert“, erklärt der Vorsitzende Jan Schlüter. „Die Wenigsten wissen ja heute noch, dass das hier mal ein eigenständiges Dorf war.“ Auch Schulleiterin Sabine Knier ist begeistert: „Dass unserer Schule ein so wertvolles Stück Hainholzer Geschichte übergeben werden solle, hat mich von Anfang an, seit ich den Balken zum ersten Mal in einer Ausstellung in der weißen Villa gesehen habe, unheimlich berührt.“

Das einzige Problem war die Montage. Schließlich kann man nicht einfach einen Dübel in einen 277 Jahre alten Holzbalken hämmern. Eine Aufhängevorrichtung, die auch unter konservatorischen Gesichtspunkten geeignet ist, kostet aber 500 Euro. Deshalb wanderte der Balken erst einmal sechs Jahre in die Schul-Garage. Glücklicherweise fand sich jetzt eine Sponsorin, die früher selber Schülerin an der Hainholz-Grundschule war. Sie möchte aber anonym bleiben.

Jetzt hängt der Balken also gut sichtbar im Eingangsbereich der Schule und inzwischen schaffen es alle Kinder, die alten Buchstaben auf dem Balken zu entziffern. Sie interessieren sich jetzt umso mehr für die Geschichte von Hainholz, erzählt Schulleiterin Knier. „Sie lieben es, die alten Fotos unserer Schule zu sehen. Vor allem die Bilder, auf denen man sieht, dass dort, wo jetzt Hochhäuser stehen, früher nur Wiesen und Felder waren.“ Die Hainholz-Schule hat jetzt zwei Hausbalken: Den „neuen“ von 1738 und den Balken, der früher über dem Schulgebäudeteil von 1912 hing und seinen Platz oberhalb der Eingangstür gefunden hat.

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erstellt am 17.Sep.2015 | 16:15 Uhr

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