Ein „Haus aus Licht“ in Sparrieshoop

Bischof Gothart Magaard weihte die Osterkirche.
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Bischof Gothart Magaard weihte die Osterkirche.

Bischof Gothart Magaard weiht neue Kirche / Mehr als 300 Gläubige beim Festgottesdienst / Neubau kostete 1,84 Millionen Euro

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23. Juni 2014, 16:00 Uhr

„Wir haben eine neue Kirche, die mich begeistert. Immer wieder“, sagte Pastor Tobias Jäger während seiner ersten Predigt im neuen Gotteshaus. Die Osterkirche in Klein Offenseth-Sparrieshoop wurde gestern Nachmittag von Bischof Gothart Magaard feierlich geweiht.

Wie groß das Interesse der Bevölkerung an dem Neubau ist, wurde deutlich, als die örtlichen Feuerwehrleute zusätzliche Sitzbänke in die Osterkirche tragen mussten. Dabei bietet das neue Gotteshaus schon ohne Extra-Bestuhlung rund 250 Gläubigen Platz – über 100 mehr als der alte Gemeindesaal, der vor allem an Feiertagen aus allen Nähten platzte. Auch die wichtigsten Altargegenstände und das Taufbecken zogen unter Bläserklängen in die neue Kirche um. Bischof Magaard lobte den Neubau als „lichtdurchfluteten Raum“ und bezeichnete ihn als „Haus aus Licht“. Der Bischof wünschte sich, dass die Osterkirche auch zukünftig „kräftig genutzt“ werden möge.

Mit ihren weißen Wänden und den großen Deckenfenstern ist das eher schliche Gotteshaus wirklich ungewöhnlich hell. Die Kirche ist gut zehn Meter hoch, 20 Meter lang und zehn Meter breit. 608 Quadratmeter Grundfläche umfasst das Gebäude. Angegliedert sind ein Gemeindesaal, ein Atrium und eine Kindergartengruppe. Die Bauzeit betrug knapp zwei Jahre. Was nicht zuletzt an uneingeplanten Wetterunbilden lag. Eigentlich sollte die Kirche schon im August 2013 fertig gestellt sein. Doch dann kam der kalte Winter 2012/13 dazwischen. Vier bis fünf Monate gingen durch Eis und Schnee verloren. Ein Wasserschaden verlängerte die Bauzeit um weitere Monate. Ganz komplett ist das Gotteshaus übrigens noch immer nicht. Eine Orgel und passende Sitzbänke fehlen noch.

Bis der Kirchenneubau spruchreif wurde, hatten die Verantwortlichen auch über eine Sanierung des alten Gemeindehauses samt dessen Gebetssaals nachgedacht. Doch eine Modernisierung des maroden Baus hätte mindestens eine halbe Million Euro verschlungen. Ein weiterer Grund, dass der Weg für einen Neubau frei wurde. Ab sofort geht es also darum, die Osterkirche mit Leben zu füllen. Pastor Tobias Jäger hat schon große Pläne. Bibelkreise und Public Viewing auf dem Dorfplatz vor der Kirche sind schon fest eingeplant. „Natürlich hat man viele Ideen im Kopf“, sagte Jäger. Einiges sei aber noch in der Planungsphase. So beispielsweise eine Männergruppe, Ehe-Seminare und modern-mediale Gottesdienste mit Beamer-Unterstützung.

Von den Baukosten in Höhe von gut 1,84 Millionen Euro wurden 750 000 Euro durch das EU-Förderprogramm Aktivregion Pinneberger Marsch und Geest als sogenanntes „Leuchtturmprojekt“ gezahlt. Den stattlichen Restbetrag musste die Kirchengemeinde mit Eigenkapital und Darlehen selbst aufbringen. Die Umsetzung des Baus lag federführend in den Händen von Projektleiter Andreas Christian Hühn vom Architektenbüro Petersen, Pörksen und Partner aus Hamburg. Gestern nun wurde „aus dem Projekt eine Kirche“, wie es Bischof Gothart Magaard ausdrückte.

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