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Elmshorner Nachrichten

15. Dezember 2017 | 06:09 Uhr

Elmshorn : Ein erster Blick hinter den Vorhang

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Elmshorns Stadttheater lädt erstmals zum Tag der offenen Tür ein. 500 Besucher informieren sich über Stand der Sanierung.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Mit Tempo und Rhythmus gilt er Björn Karl als „elementares Stilmittel der Theaterregie“. Darum wird der Theatervorhang in Elmshorn auch nach wie vor von Hand bedient, dicke Seile muss der Vorhangzieher bedienen, damit sich der rote Stoff wie gefordert öffnet oder schließt. Björn Karl ist technischer Leiter am Elmshorner Stadttheater. Normalerweise arbeitet er hinter den Kulissen daran, dass bei einer Aufführung alles glatt läuft. Am Sonntag stand er beim Tag der offenen Tür allerdings mitten auf der Bühne. Zahlreiche Besucher ließen sich von Karl nicht nur den Vorhang erklären, sondern auch zeigen, wo die Souffleure sitzen – neben der Bühnenöffnung, den Souffleurkasten gibt es in Elmshorn seit 21 Jahren nicht mehr – und was der Inspizient an seinem Platz rechts neben der Bühnenöffnung tut: Er koordiniert Licht, Ton, Video, Pyrotechnik und was sonst noch alles zum Einsatz kommt. Dutzende von Besuchern führte Karl am Sonntag durch die Bereiche des Theaters, die Gästen normalerweise verborgen bleiben.

Zum ersten Tag der offenen Tür kamen 400 bis 500 Besucher ins Elmshorner Stadttheater, schätzte dessen Leiter Peter Thomsen. Er zeigte sich „angenehm überrascht, wie viele Leute sich für das Theater interessieren“. Anlass für den offenen Tag war das Ende des ersten Bauabschnitts bei der Sanierung des Theaters. Dach und hintere Außenwand sowie der Bühnenturm wurden erneuert, in weiteren Bauabschnitten sollen die Außenwände zur Hafenstraße und nach Klostersande folgen sowie Sanitär- und Elektroinstallationen. Insgesamt sollen rund zwei Millionen Euro im Theater verbaut werden. Mit dieser großen Investition steht für Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje fest: „Das Theater ist kultureller Mittelpunkt der Stadt“, und der soll auf Klostersande bleiben und nicht in die neue Innenstadt verlegt werden.

Eingeladen hatte der Verein der Freunde und Förderer des Stadttheaters Elmshorn. „Wir wollen den Elmshornern das Theater näher bringen“, erklärte dessen Vorsitzender Klaus Pannen; und nebenbei natürlich weitere Mitglieder für den rund 90 Köpfe starken Verein werben. Pannen freute sich ebenfalls über die „enorme Resonanz“. Der gerade einmal zwei Jahre alte Förderverein hatte zu den Sanierungskosten für das Haus 500.000 Euro dazugegeben, der Vorsitzende betonte selbstbewusst: „Die halbe Million hat den Impuls gebracht, das Theater zu sanieren.“ Dabei stand er im gut gefüllten Foyer am quietschgrünen Tresen, den der Verein dem Theater 2013 gespendet hat, und erzählte vom digitalen Mischpult, das er in diesem Jahr finanzierte. Auf alten Fotos und mit Bildern vom Umbau dokumentierten die Theaterfreunde den Zustand des Stadttheaters, das auch mal als Kino diente, durch die Jahrzehnte.

„Man guckt sich das gerne mal an“, sagte Besucherin Sabine Günther aus Elmshorn, während sie das Gästebuch des Theaters durchblätterte. Sie ist Abonnentin wie auch die Besucherin, die im Saal saß und auf ihren Mann wartete: „Der ist oben“, er nahm an einer Besichtigung der Technikräume im Obergeschoss teil. Ihr Urteil: „Das ist mal interessant zu sehen.“ Musik und Kuchen – angeboten von der Hamburger Pocket Jazz Band und dem Förderverein – lobten die beiden Elmshornerinnen Sigrid Falkner und Hannelore Uphoff. „Toll“ fanden sie den Tag der offenen Tür, aber bei Björn Karls Führung hatte Falkner kaum etwas verstanden: „Die Materie ist zu schwierig.“

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