zur Navigation springen

Tiefgarage im Rathaus-Neubau : Ein Beschluss unter Vorbehalt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Politiker stimmen für Parkplätze unter dem Rathaus-Neubau – aber nur, wenn es keine gute Alternative gibt.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2016 | 12:30 Uhr

Elmshorn | Im Sonderausschuss Rathaus ist eine Entscheidung zu den Parkplätzen am Rathaus-Neubau gefallen. Zumindest so eine Art Entscheidung – denn eigentlich halten sich die Politiker mit ihrem Beschluss alles offen.

Die Fraktionsvertreter von CDU und Grünen haben sich gegen die Abgeordneten von SPD und FDP durchgesetzt und für den Bau einer Tiefgarage unter dem Rathaus abgestimmt. Allerdings legen die Politiker viel Wert auf den Passus, dass die Tiefgarage im Nachhinein aus wirtschaftlichen Gründen aus den Planungen herausgestrichen werden könnte. Die Architekten, die auf dieser Grundlage ihre Entwürfe im Wettbewerb vorlegen, müssen eine Tiefgarage einplanen, aber damit rechnen, einen Teil ihrer Arbeit umsonst gemacht zu haben.

Außerdem befürworten die Vertreter von CDU und Grünen ausschließlich eine eingeschossige statt der von der Stadtverwaltung präferierten zweigeschossigen Bauweise und haben außerdem einen Prüfauftrag an die Stadtverwaltung vergeben. Diese soll feststellen, was eine Tiefgarage unter dem Neuen Markt kosten würde und ob der Bau von Parkhäusern im Innenstadtbereich möglich ist.

Was steckt hinter diesem Beschluss? Zunächst einmal die einstimmig ablehnende Haltung aller Ausschussmitglieder zum Bau einer Tiefgarage unter dem neuen Rathaus. Bei der klammen finanziellen Situation der Stadt ist ihnen der Bau zu teuer. Bislang hat die Stadtverwaltung Kosten von rund vier Millionen Euro veranschlagt. „Ich sehe das aber kritisch und glaube eher an den doppelten Preis“, sagte Jürgen Heesch (SPD). „So eine Tiefgarage wirkt sich auf die Statik des Gebäudes aus – gerade bei dem kritischen Grund im Krückau-Gebiet.“

Die Notwendigkeit, Stellplätze zu schaffen, sahen die meisten Politiker ein. Aus der Verantwortung wollen sie sich nicht ziehen, jedoch bevorzugen sie kostengünstigere Alternativen – etwa in Form eines Parkhauses.

Zeit erkauft

Mit ihrer Entscheidung haben sich die Politiker vor allem Zeit erkauft, um mögliche Alternativen in Ruhe prüfen zu können. Denn um im Zeitplan bleiben und wie geplant das Auslobungstextbuch für den Architektenwettbewerb im Juli verabschieden zu können, musste eine Entscheidung getroffen werden.

Gegen die Tiefgarage wollten viele Politiker aber auch nicht beschließen. Denn ein Parkhaus im näheren Umfeld des neuen Rathauses würde eine Änderung des Rahmenplans bedeuten – was wiederum Konsequenzen für die gesamte städtebauliche Planung hätte. „Der Stadtraum soll belebt werden – deshalb ist der Rahmenplan auch nicht voller Parkpaletten“, erklärt Silke Faber, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung. „Natürlich könnte man hinter dem Rathaus ein Parkhaus bauen, aber dann würde zum Beispiel die dort geplante Kita wegfallen.“ Letztlich sei es das Ziel des Förderprogramms Stadtumbau West, eine langfristige Städtebauplanung zu erreichen, die sich an konsequente Linien hält. Das resultiert darin, dass eine Abweichung von den im Rahmenplan gesetzten Richtlinien dazu führen könnte, dass auch die Förderung gestrichen wird.

Obwohl einige Politiker bezweifeln, dass der kostengünstigere Parkhausbau zu einer Streichung der Fördergelder führen würde – zumindest fürs Erste steht die Tiefgarage jetzt im Auslobungstextbuch. Ganz nebenbei haben die Ausschussmitglieder auch über die Zahl der Parkplätze entschieden. Es soll die in der Landesbauverordnung festgeschriebene Mindestzahl von 96 Plätzen werden. Eine von der Verwaltung bevorzugte Erhöhung um 24 Plätze wurde abgelehnt.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen